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Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali

Schumachers Comeback hinterlässt Wunden

Mit gemischten Gefühlen hat man bei Ferrari die ersten Testfahrten von Michael Schumacher für Mercedes beobachtet. "Es ist nicht leicht, ihn mit dem Mercedes-Helm zu sehen", gab Teamchef Stefano Domenicali zu.

Beim traditionellen Saisonauftakt in Madonna di Campiglio sollte eigentlich die Auferstehung von Ferrari gefeiert werden. Stattdessen dreht sich noch immer alles um den Wechsel von Michael Schumacher zu Mercedes. Auch die ersten Testfahrten des Rekordchampions blieben bei seinem ehemaligen Team nicht unbemerkt.

Trennung hinterlässt Wunden bei Ferrari

"Es ist nicht leicht, ihn wieder fahren zu sehen. Die Trennung nach so langer Zusammenarbeit bleibt nicht ohne Wunden", erklärt Stefano Domenicali. "Aber wenn man ihn mit dem roten Helm sieht, den er schon bei uns getragen hat, dann scheint es auch für ihn schwierig zu sein, einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen." Ferrari will das Thema Schumacher nicht einfach abhaken. "Wir dürfen nicht vergessen was er für uns getan hat. Wir müssen ihm dafür danken. Aber Schumacher hat auch Ferrari viel zu verdanken."

Besondere Gedanken an eine Revanche auf der Rennstrecke gibt es nicht. "Er ist jetzt ein Gegner und wir werden alles tun, um ihn zu schlagen. Wir werden uns ihm gegenüber aber natürlich fair verhalten", so Domenicali. Der Respekt ist immer noch vorhanden. "Wir wissen, dass Michael stark ist. Er ist überzeugt, dass er in der kommenden Saison ein Auto hat, mit dem er zeigen kann, was er drauf hat." Der Italiener gibt auch zu, dass die Rückkehr für das Interesse an der Formel 1 gut ist.

Alonso soll Schumacher schlagen

Zu viele Gedanken an den abtrünnigen Deutschen sollte die Scuderia aber lieber nicht verschwenden. Nach der enttäuschenden Saison 2009 ist Ferrari besonders unter Druck. Präsident Luca di Montezemolo will Siege sehen. Und auch die Tifosi sehnen sich nach zwei Jahren ohne Meisterschaft wieder nach einem Titel.

Mit Fernando Alonso soll wieder frischer Schwung ins Team kommen. Domenicali lobt seinen Neuzugang in höchsten Tönen: "Sowohl vom Talent als auch von seiner Art zu arbeiten ist Fernando einer der Besten. Er bringt alles mit, was es braucht. Aber wie heißt es so schön: Auch der beste Reiter hat ein Problem ohne ein gutes Pferd. Deshalb ist es unsere Aufgabe, ihm ein gutes Auto zu geben."

Neuer Ferrari wird am 28. Januar präsentiert

Am Mittwoch gab Ferrari auch erstmals bekannt, wann die neue rote Göttin präsentiert wird. Am 28. Januar soll in Maranello die offizielle Teampräsentation mit den Fahrern und dem 2010er Auto stattfinden. "Wie gut das Auto im Vergleich zum Vorgänger ist, werden wir aber erst nach der ersten Testfahrt feststellen. Wie gut wir im Vergleich zur Konkurrenz sind, sehen wir erst deutlich später. Erst bei den letzten Tests Ende Februar wird man sich ein erstes Urteil erlauben können."

Nach Einschätzung von Domenicali wurde über den Winter gut gearbeitet. "Wir haben alle Voraussetzungen, um konkurrenzfähig zu sein. Allerdings dürfen wir nicht zu selbstsicher werden. Auch die anderen Teams haben sicher gut gearbeitet." Wer das neue Auto bei seiner Jungfernfahrt pilotieren wird, steht noch nicht hundertprozentig fest. "Wir müssen noch das genaue Testprogramm ausarbeiten. Aber wenn es nach mir geht, fährt Felipe Massa den ersten Tag und Fernando Alonso die beiden nächsten Tage."

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