Ferrari - Technik - GP Malaysia 2017 ams
Ferrari - Technik - GP Malaysia 2017
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Ferrari - Technik - GP Malaysia 2017 17 Bilder

Ferrari rüstet für Titelkampf auf

Nur Vettel fährt neues Fahrwerk

Ferrari macht für das WM-Finale mobil. Mit den jüngsten Technik-Upgrades sind die Italiener in Sachen Pace an Mercedes vorbeigezogen. Beim Fahrwerk gehen Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen neuerdings getrennte Wege.

Ferrari will es wissen. Der WM-Titel ist Pflicht. Sebastian Vettel ging mit 14 Punkten Vorsprung und vier Siegen in die Sommerpause. Die erste Fahrermeisterschaft seit 2007 schien zum Greifen nah. Doch nach dem Urlaub ist bei Ferrari und Vettel der Wurm drin. Vettel holte 45 Punkte, WM-Rivale Lewis Hamilton 93. Der schöne Vorsprung verkehrte sich in einen Rückstand von derzeit 34 Zählern.

Hamilton hat drei der letzten vier Rennen gewonnen, Vettel keines. Dabei hatte Ferrari in Spa, Singapur und Malaysia das schnellste Auto im Feld. Und Mercedes zeigte obendrein unerklärlich große Formschwankungen. Ferraris Zwischenspurt hat Gründe. Die Ingenieure in Maranello haben dem SF70H in den letzten Rennen Flügel verliehen.

Ferrari-Upgrades bringen 3 Zehntel

Ferrari hat sein Auto in mehreren Schritten aufgerüstet. Frontflügel, Diffusor, Leitbleche und Unterboden wurden modifiziert. In Malaysia kamen zuletzt eine neue Airbox und anders gestaffelte Bargeboards dazu.

Der Lufteinlass über dem Motor hatte nicht nur aerodynamische Gründe. Ferraris Sechszylinder-Turbo verlangt nach einer effizienteren Kühlung. Sie wurde nicht zu gleichen Teilen über Wasser und Öl erzielt. Deshalb wurden unter der Motorabdeckung die Kühlkanäle und Kühlelemente neu platziert. Bessere Kühlung bedeutet mehr Leistung.

Schwankende Ferrari-Pace

Trotz der Verbesserungen ging es nach der Sommerpause nicht geradlinig bergauf. Nach einem starken Rennen in Spa fiel Ferrari beim Heimspiel in Monza in eine tiefe Depression. Und auf der Paradestrecke in Singapur dauerte es drei Trainings, bis die roten Autos endlich im Reifenfenster und ausbalanciert waren. Dann flog Vettel zur Pole Position.

Ein Grund für das Zwischentief lag in der neuen Vorderradaufhängung, die Ferrari erstmals beim Test in Budapest ausprobierte und in Spa im Rennen einsetzte. Vettels starkes Rennen in Belgien war gleichzeitig eine Bestätigung für den Fahrwerks-Trick. Doch in Monza stolperte Ferrari über die neue Kinematik an der Vorderachse.

Ferrari-Fahrer mit unterschiedlicher Technik

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Vettel fuhr in Malaysia die neue Aufhängung, Räikkönen die alte.

Das Auto ließ seine gewohnten Stärken beim Bremsen und bei der Traktion vermissen. Während Vettel in Singapur wieder zurück in seine Spur fand, präsentierte sich der SF70H für Räikkönen weiter unberechenbar. Deshalb fuhr Ferrari in Malaysia zweigleisig.

Vettel blieb der neuen Aufhängung treu, Kimi kehrte zu der alten zurück. Für beide mit gutem Ergebnis. die unterschiedlichen Fahrwerkskonzepte passen besser zu den individuellen Fahrstilen.

Doch wo genau liegt der Unterschied? Er ist mit freiem Auge nur schwer zu erkennen. Am besten orientiert man sich am Zusammenschluss der beiden oberen Querlenker im Ansatz zum Radträger. Dort ist bei der neuen Aufhängung eine graue Fläche zu sehen.

Die neue Aufhängung hat weiter gespreizte Dreieckslenker und einen flacher angewinkelten Pushrod. Der obere und untere Dreieckslenker sind anders zueinander angeordnet und lenken an unterschiedlichen Punkten am Radträger an. Vettels Variante zieht das Auto beim Einlenken mehr in die Kurve hinein, weil das Auto zum kurveninneren Rad hin kippt.

Räikkönen geht auf alte Version zurück

Die Kunst ist es, das Fahrzeug am Kurvenausgang so schnell wie möglich wieder geradezustellen. Das funktionierte in Monza offenbar nicht. Räikkönen kommt im Gegensatz zu Vettel besser mit der alten Anordnung zurecht. Was sich nach einer simplen Änderung der Fahrwerksgeometrie anhört, war in Wahrheit mir großem Aufwand verbunden. Der Eingriff verlangt nach neuen Aufhängungselementen, Radträgern und Felgen.

Mit dem Lenkrad und der Kupplung sind die Ferrari-Piloten wieder auf einer Wellenlänge. Nach zuletzt nur mittelmäßigen Starts kehrte Ferrari zur alten Kupplung und zu der Lenkradkonfiguration zurück, wie sie Räikkönen bevorzugt.

In der Galerie zeigen wir Ihnen die kleinen, aber feinen Unterschied der beiden Ferrari beim Fahrwerk und der Lenkung. Und wir zeigen Ihnen die interessanten Bilder des nackten Kimi-Renners in der Startaufstellung.

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