Ferrari trickst FIA aus

Neuer Lüfter verdeckt Kamera

Ferrari - Formel 1 - GP Singapur - 13. September 2018 Foto: sutton-images.com 122 Bilder

Nach dem Eisbeutel-Verbot in Monza hat Ferrari in Singapur einen neuen Trick auf Lager, wie man neugierige Blicke der Onboard-Kamera in das Cockpit verhindern kann. Wir haben die Details des Streits.

Seit einigen Monaten hat Ferrari seine Spionage-Abwehr in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Beim Grand Prix von Kanada sorgten die Italiener erstmals für Verwirrung bei der Konkurrenz, als man einen Eisbeutel auf die Airbox des Rennwagens packte. Hatten die Ingenieure weit oben am Auto etwa einen neuen Trick versteckt, der besonderer Kühlung bedurfte?

Ferrari Eisbeutel - GP Italien 2018 Foto: ams
Den Eisbeutel musste Ferrari in Italien entfernen.

Schnell wurde klar, dass die Eisbeutel gar nicht mit Eis oder anderen Kühlmitteln gefüllt waren. Zudem wurden die Stoffsäckchen auch auf dem „Dach“ platziert, als sich das Auto noch in halb zusammengebautem Zustand in der Garage befand. Und so kam man schließlich auf die Lösung des Rätsels: Ferrari versuchte mit dem Trick den Blick der Onboard-Kamera auf das Cockpit verdecken.

Im Fahrerlager kursierten Gerüchte, nach denen die Kamera oberhalb der Airbox im ersten Teil der Saison unabsichtlich sensible Bilder aufgenommen hatte, die von der Konkurrenz eingesehen werden konnten. Vor allem die Einstellungen am Lenkrad – vor allem beim Start der Motoren – scheinen von erhöhter Brisanz zu sein. Deshalb kam man bei Ferrari auf den Trick mit dem Eisbeutel.

Eisbeutel-Verbot in Monza

Doch beim Heimspiel in Monza setzte die FIA dem Spuk schließlich ein Ende. Offenbar auf Wunsch der Rechteinhaber (FOM) wurde ein Eisbeutel-Verbot ausgesprochen. Doch damit gab sich Ferrari noch längst nicht geschlagen. In der Startaufstellung platzierten die Italiener einen riesigen Regenschirm über dem Cockpit, der den Blick auf das Lenkrad blockierte.

Ferrari - GP Italien 2018 Foto: sutton-images.com
In Monza verdeckte ein Schirm den Blick ins Cockpit.

Dazu sorgte eine Reihe von Mechanikern am Heck der roten Renner in bester Bodyguard-Manier dafür, dass sich keine ungebetenen Gäste den Autos nähern. Bei der Konkurrenz rief das ungewöhnliche Schauspiel nur ein Schmunzeln hervor. Doch natürlich nährte es auch die Neugier darauf, was Ferrari hier genau verstecken will.

Offenbar scheint die Angelegenheit den Ingenieuren wichtig zu sein. In Singapur ging der Streit nämlich direkt in die nächste Runde. Schon am Donnerstag hatten die Ferrari-Mechaniker in der Öffnung der Airbox einen neuen Lüfter platziert. Das massive Bauteil blockierte natürlich rein zufällig auch den Blick der Kamera in das Cockpit.

Großer Lüfter auch bei Mercedes

Nach unseren Informationen ist der neue Riesen-Lüfter so trickreich konstruiert, dass die Linse der Onboard-Kamera aber nicht komplett verdeckt ist. Bilder direkt nach vorne sind nach wie vor möglich. Nur eben nicht nach unten in das Cockpit hinein. So hofft Ferrari die Vorgaben der TV-Anstalten zu befriedigen und die Diskussion ein für allemal zu beenden.

Mercedes - GP Singapur 2018 Foto: ams
In Singapur waren auch bei Mercedes große Lüfter vor der Airbox platziert.

Die FOM hat sich der Sache bereits angenommen. Allerdings wissen wir nicht, ob es gegen den „Kühl-Lüfter“ eine rechtliche Handhabe gibt. Beim Blick in die Mercedes-Garage fiel uns übrigens auf, dass auch am Silberpfeil ein relativ großes Kühl-Aggregat vor der Airbox angebracht war. Der Lüfter ist aber nicht ganz so ungewöhnlich designt wie das Ferrari-Modell. Es ist also nicht ganz klar, ob es sich in diesem Fall auch um eine Einrichtung zur Spionage-Abwehr handelt.

Das Thema scheint aber noch längst nicht beendet. Wir sind schon gespannt, wie sich der Streit bei den kommenden Rennen weiterentwickeln wird. In der Galerie haben wir für Sie noch einige Bilder vom Donnerstag in Singapur zusammengestellt – darunter auch einige Fotos der „Kühlaggregate“ von Ferrari und Mercedes.

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