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Ferrari vs. Mercedes

Der Fluch des ersten Renndrittels

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Bahrain 2017 Foto: Wilhelm 61 Bilder

Ferrari gewinnt zum zweiten Mal gegen Mercedes. Die Saison ist zwar erst drei Rennen alt, doch es lässt sich bereits ein Muster erkennen. Mercedes muss das erste Renndrittel überleben, wenn man gewinnen will.

20.04.2017 Michael Schmidt 1 Kommentar

Im Duell Ferrari gegen Mercedes steht es 2:1 nach Siegen und 102:99 nach Punkten. Bei den Fahrern führt Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton mit 68:61. Hört sich ziemlich eng an. Gefühlt hat Ferrari die Nase weiter vorn. Weil Mercedes immer noch auf seinem Problem von Melbourne sitzt. Der W08 ist das schnellere Auto auf eine Runde am Samstag. Aber der Ferrari gewinnt am Sonntag.

Unter bestimmten Bedingungen überhitzen an den Silberpfeilen die Hinterreifen. Gibt es da Gemeinsamkeiten zwischen Melbourne und Bahrain? Es gibt sie. Voller Tank, 32 Grad Streckentemperatur, die jeweils weichste Gummimischung, die im Q2 der Qualifikation bereits angefahren wurde. Den Mercedes schmolzen nach kurzer Zeit die Hinterreifen dahin. Besser gesagt: Die Oberfläche wurde zu heiß. Das bedeutet Rutschen. Der Ferrari hält die Reifen im Fenster. Mit vollem und fast leeren Tank. Weiche wie harte Mischungen. Bei jeder Asphalttemperatur.

Ferrari offensiv, Mercedes defensiv

Erst wenn wieder annähernd Samstagsbedingungen herrschen, frische Reifen oder die härtere Mischung zum Einsatz kommen und das Auto mit abnehmender Benzinmenge leichter wird, gehen die Mercedes wieder wie die Feuerwehr. Dann ist es aber oft schon zu spät. Das führt zu folgendem Schluss: Mercedes ist in der ersten Rennhälfte, insbesondere bis zum ersten Boxenstopp verwundbar.

Die Pole Position ist kein Garantieschein, weil auf dem Weg zum ersten Boxenstopp viel schiefgehen kann. Der Start, das Timing des ersten Reifenwechsels, ein SafetyCar. Ferrari kann offensiv taktieren. Weil man weiß, dass die Reifen unter allen Bedingungen funktionieren. Ein früher Stopp ist so gut wie ein später. Mercedes dagegen muss den richtigen Zeitpunkt finden, weil man erst später im Rennen Normalform erreicht. Das drängt den Titelverteidiger in die Defensive.

Daraus resultieren zwangsläufig Fehler. Der einzige Schutz gegen das Reifenproblem zu Rennbeginn ist eine Doppelführung mit Hamilton an der Spitze. Sebastian Vettel weiß das: „Ich muss nach dem Start wenigstens Zweiter sein. Dann können wir die Mercedes knacken.“ Mercedes ist jetzt schon gezwungen alle Karten auf Hamilton setzen. Oder der Engländer muss seinen Silberpfeil auf den besten Startplatz stellen. Weil jedes Zehntel zählt und nur Hamilton mit Vettel über eine Renndistanz Schritt halten kann.

Darum ist Vettel WM-Favorit

Das Reifenfenster ist um 20 Grad kleiner geworden. Für Mercedes ist das zu klein. Die Probleme von heute erinnern an die von 2013. Man hatte sie längst für gelöst erklärt. Sie kehrten wieder, weil Pirelli völlig neue Reifen und Mercedes ein völlig neues Auto gebaut hat. Die Ingenieure müssen die Dynamik ihres extralangen Tankers mit dem geringsten Anstellwinkel aller Autos im Feld erst einmal verstehen. Und da gibt es offenbar noch Verständnislücken.

Die Testfahrten in Bahrain zielten exakt auf die Lösung dieses Problem ab. Immer wieder wurden Hamilton und Bottas auf 8-Runden-Turns geschickt. Mal mit Soft, mal mit Supersoft-Reifen. Die Ingenieure versuchten der Ursache des starken Reifenverscheißes an der Hinterachse auf die Spur zu kommen. Ist es die Aero-Balance? Die Gewichtsverteilung? Die Fahrwerkseinstellung? Die Bodenfreiheit hinten? Der Fahrstil der Piloten? Oder ein teuflischer Mix von allem, der die Fehlersuche erschweren würde?

Vielleicht ließ sich Mercedes von Ferrari auch in die Irre führen. Es fällt auf, dass die roten Autos bei den Longruns am Freitag den Mercedes oft meilenweit hinterherhinken. Die Ferrari-Fahrer entschuldigen sich dann mit Balanceproblemen. Vielleicht gab es die wirklich, aber die Probeläufe am Freitag hatten auf jeden Fall zur Folge, dass Mercedes die wahre Stärke des Gegners erst am Sonntag kennengelernt hat. Und dann war es in zwei von drei Fällen schon zu spät.

Ferrari versteht sein Auto und auch die Reifen. Der SF70H ist eine Allzweckwaffe, immer und überall schnell. Es ist das einzige Auto, das sogar mit dem Medium-Reifen klarkommt. Das macht Vettel und seine rote Göttin zum WM-Favoriten.

Neuester Kommentar

Immer langsam mit der der Favoritenrollenverteilung... wenn Mercedes jetzt die Reifenproblematik schnell lösen kann sind sie auf einen Schlag leider wieder so weit enteilt, wie es sich im Qualy immer noch zeigt, und dann hat sich das schon wieder überholt mit der Favoritenrolle... so wie es derzeit aussieht ist das der einzige Vorteil von Ferrari, wenn der wegfällt reicht es schon nicht mehr, Merc unter Zugzwang zu setzen.

barcode 20. April 2017, 14:46 Uhr
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