Ferrari zufrieden mit Tests

Bluffen macht wenig Sinn

Fernando Alonso - Ferrari - Formel 1 - Test - Barcelona - 3. März 2013 Foto: xpb 21 Bilder

Ferrari-Technikchef Pat Fry ist zufrieden mit den Wintertestfahrten. Fernando Alonso erzielte die zweitschnellste Zeit, und der neue F138 wird nach Anlaufschwierigkeiten immer besser. Ob Hauptgegner Red Bull bis jetzt nur geblufft hat, kann Pat Fry nicht sagen. Es macht seiner Meinung nach aber wenig Sinn.

Das Ergebnis liest sich schon ganz ordentlich. Fernando Alonso erzielte mit 1:20.494 Minuten die zweitschnellste Zeit bei den abschließenden Testfahrten von Barcelona. Nur Nico Rosberg im neuen Mercedes war um 0,364 Sekunden schneller. Normalerweise sind Bestzeiten bei Testfahrten eher zweitranging. Was zählt, sind die Dauerläufe. Doch weil die stark abbauenden Reifen die Rennsimulationen verwässerten, wurden plötzlich die schnellsten Runden des Tages zur harten Währung.

Das sieht auch Ferrari-Technikchef Pat Fry so: "Wir wissen relativ wenig über das Verhalten der Reifen über einen längeren Zeitraum. Schon nach einer Runde steigen die Zeiten um eine Sekunde an und haben wenig Aussagekraft. Das ging in Barcelona allen so. Es kann in Melbourne in Bezug auf den Reifenverschleiß große Überraschungen geben. Der Gripverlust wird dort zwar nicht so stark wie in Barcelona ausfallen, aber wir rechnen trotzdem mit einer höheren Abnutzung als im letzten Jahr."

Mit 80 Kilo Sprit ruinierst du dir die Reifen

Das führt zu der Frage, was die Bestzeiten von Barcelona wert sind. Hat Red Bull seine wahre Stärke nicht gezeigt, und wie gefährlich ist so eine Taktik? Pat Fry glaubt, dass Bluffen angesichts der dramatischen Reifensituation in diesem Winter wenig Sinn gemacht hat. "Wenn du mit 80 Kilogramm herumfährst, ruinierst du dir sofort die Reifen und lernst überhaupt nichts. Da schadest du dir nur selbst."

Selbst wenn Sebastian Vettel und Mark Webber an den letzten beiden Tagen mit frischen Reifen nie unter 60 Kilogramm gefahren sind, hätte es mit zehn Kilogramm Sprit nicht zu der Alonso-Zeit, geschweige denn dem Bestwert von Rosberg, gereicht. Wenn man von 1:22.5 Minuten zwei Sekunden abzieht, kommt man auf 1:20.5 Minuten.

Ferrari schiebt in Melbourne neue Teile nach

Pat Fry macht sich über die Konkurrenz wenig Gedanken. Er schaut lieber auf die eigene Leistung: "Wir hatten einen deutlich besseren Winter als im letzten Jahr. Im Vorjahresauto waren einige fundamentale Fehler eingebaut. Daraus haben wir viel gelernt. Diesmal können wir auf einer guten Basis aufbauen."

"Wir sind etwas gehandikapt in den Testwinter gegangen, weil wir mit unserer Aerodynamikentwicklung für 2013 wegen des offenen WM-Kampfes sehr spät begonnen hatten. Deshalb kamen die Entwicklungsteile auch erst an den letzten Tagen in Barcelona an. Und für Melbourne schieben wir noch nach. Das nächste große Upgrade kommt zum GP China."

Das beste Zeichen für Fry ist das Ergebnis der Weiterentwicklungen. "Sie haben alle wie erwartet funktioniert. Das gibt uns Hoffnung, dass die für Australien geplanten Upgrades ebenfalls die beabsichtigte Wirkung zeigen." Davon kann Red Bull im Augenblick nur träumen.

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