FIA-Beschlüsse

Kampfansage an Ecclestone

Foto: dpa

Die Beschlüsse des FIA-Weltrats von Mittwoch (25.6.) in Paris sind eine klare Kampfansage an die Inhaber der kommerziellen Rechte und an Bernie Ecclestone.

Man muss die 13 Zeilen unter der Rubrik "Formel 1 Weltmneisterschaft" jedoch ganz genau lesen, um das wahre Ziel der Beschlüsse zu erkennen. Das meiste steht zwischen den Zeilen.

FIA ködert Teams

Der Weltverband, dessen Image nach dem Sex-Skandal um Max Mosley stark gelitten hatte, will wieder an Profil gewinnen und sich bei den Formel 1-Teams Freunde machen. Der Köder sind Gespräche des Verbandes mit den Teams über die technische und finanzielle Zukunft der Formel 1.

Die FIA zeigt sich ungewöhnlich offen und lädt die Teams ein, bis zum 31. Juli selbst Vorschläge einzubringen, wie man den Sport umweltfreundlicher und kostengünstiger gestalten könnte. So ist zum Beispiel angedacht, die für 2013 angedachte neue Motorenformel um zwei Jahre auf 2011 vorzuverlegen. Vor dem Hintergrund des Einzuges der Hybridtechnologie plant die FIA mit kleinen Turbomotoren, deren Herstellungskosten wesentlich geringer wären als die augenblicklichen Achtzylinder-Triebwerke.

Mehr Geld für die Teams

Die FIA will mit den Teams auch über ein neues Concorde-Abkommen diskutieren. Rechteinhaber CVC wirft der FIA vor, dieses zu blockieren. Bernie Ecclestone monierte vor dem Weltrat, dass die FIA kein Interesse zeige, ein neues Concorde-Abkommen zu unterzeichnen. FIA-Präsident Max Mosley erinnerte ihn daran, dass er bereits im Mai 2007 auf einen Entwurf von CVC vom Februar 2007 geantwortet, aber nie eine Antwort erhalten habe. Mosley hatte damals seine Unterschrift unter ein neues Abkommen von zwei Punkten abhängig gemacht. Erstens, dass Teams und Hersteller bei der Gestaltung des Reglements mit einbezogen werden müssen, und dass mit einfacher Mehrheit darüber abgestimmt wird. Zweitens, dass die Teams besser von den Einnahmen partizipieren. Mosley schlug den Modus von 1981 vor, der an die Teams 92 Prozent aller Startgelder und 67 Prozent aller TV-Einnahmen ausschüttete.

CVC betrachtet diese Forderung als Affront. Sie verteilt derzeit 50 Prozent aller Einnahmen an die Teilnehmer und behält den Rest für sich.
Leise Kritik aus FIA-Kreisen: Wer soviel Geld kassiert sollte wenigstens etwas davon in die bessere Vermarktung des Sports investieren. Diese Aufgabe lasse CVC jedoch völlig brachliegen.

Comeback der Formel 2


Im nächsten Jahr will die FIA die Formel 2 wieder einführen. Die klassische Nachwuchsserie unterhalb der Formel 1 war 1984 eingeschlafen und in die wenig erfolgreiche Formel 3000 umbenannt worden. Die Formel 2 soll die Formel 1-Stars der Zukunft rekrutieren. Gedacht ist an ein technisches Reglement, dass den Einsatz eines Auto pro Saison auf  200.000 Euro beschränkt. Das Comeback der Formel 2 ist ein direkter Angriff auf die GP2-Serie, die derzeit im Rahmenprogramm der Formel 1 läuft. Dort kostet der Einsatz eines Autos mindestens 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Die GP2-Rechte gehören wie die Formel 1-Rechte CVC. Möglicherweise wird die FIA die Verteilung der Superlizenz für die Fahrer vom erfolgreichen Bestehen der Formel 2 abhängig machen. Damit wäre die GP2-Serie völlig wertlos.

Bittere Pille zum Schluss

Eine Pille müssen die Teams bei aller Zuwendung der FIA jedoch schlucken. Das Nenngeld steigt um drei Prozent von 300.000 auf 309.000 Euro. Dazu werden noch weitere Gebühren für die Einführung neuer Sicherheitssysteme erhoben. So sollen die Formel 1-Autos in Zukunft mit einem GPS-System ausgestattet werden, um die Position auf der Strecke genauer bestimmen zu können. Die Flaggensignale werden über Funk auf das Display im Lenkrad gespielt. Die FIA will einen Beitrag der Teams an den Entwicklungskosten. Um die Angelegenheit zu beschleunigen, will Max Mosley schon im September eine außerordentliche Weltratsitzung einberufen. Sie soll sich ausschließliich mit der Formel 1-Zukunft befassen.

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