Sainz - Räikkönen - Testfahrten - Barcelona - Freitag - 10.3.2017 sutton-images.com
Mercedes - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 23. März 2017
Williams - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 23. März 2017
Ferrari - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 23. März 2017
Ferrari - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 23. März 2017 107 Bilder

FIA entwirrt Regelchaos

Mehr Freiheit im Zweikampf

Die FIA versucht, die Regeln zu vereinfachen. Für Zweikämpfe auf der Strecke soll eine Vorschrift alle Streitfragen abdecken. Die Sportkommissare werden weiter Untersuchungen einleiten, aber weniger oft strafen.

Es ist ein Ärgernis, dass die Formel 1-Fans schon seit Jahren umtreibt. Der Sport ist zu stark reglementiert, und die Regeln selbst sind oft zu kompliziert. Der Verband will jetzt die Bürokratie Schritt für Schritt abbauen. Das beste Beispiel sind Zweikämpfe auf der Strecke. Die „Lex Verstappen“ gibt es nicht mehr. Demnach war ein Spurwechsel auf der Bremse strafbar.

Fahrer sollen auf der Strecke kämpfen dürfen

Ab sofort gilt für alle Konfrontationen auf der Strecke ein unspezifischer Grundsatz: Wenn ein Fahrer unberechenbar die Spur wechselt, unnötig das Tempo verlangsamt und mit seinen Aktionen andere in Gefahr bringt, werden die Sportkommissare eine Untersuchung einleiten.

Werden wir als Folge dessen über weniger strittige Szenen berichten müssen? FIA-Rennleiter Charlie Whiting antwortet: „Es wird vielleicht nicht weniger Untersuchungen geben, aber sie werden in vielen Fällen vielleicht nicht mehr zum gleichen Ergebnis führen wie bisher.“

Als Beispiel führte Whiting die Szene beim GP Mexiko an, als Sebastian Vettel den Angriff von Daniel Ricciardos auf der Bremse abwehrte. Vettels Aktion würde heute wahrscheinlich nicht mehr zu einer Strafe führen. „Wir haben unsere Sportkommissare angewiesen, die Fahrer so weit es irgendwie geht auf der Strecke kämpfen zu lassen.“

Unfall-Archiv für Sportkommissare

Für das Verteidigen der Position gilt weiter die alte Regel. Es ist nur ein Spurwechsel erlaubt. Ricciardo findet es prinzipiell gut, dass die Fahrer auf der Strecke ihre Freiheiten bekommen. Die Kehrseite der Medaille: In dem ein oder anderen Fall wird dazu kommen, dass sich bei strittigen Szenen ein Fahrer ungerecht behandelt fühlt.

Der Verband will die Entscheidungsfindung der Sportkommissare beschleunigen, um nach dem Rennen nicht stundenlang auf das offizielle Resultat warten zu müssen. „Wir haben zur Unterstützung der Kommissare ein Unfall-Archiv angelegt. Sie können per Mausklick aus unserer Datenbank ähnlich gelagerte Zwischenfälle abrufen, sich die Szenen noch einmal anschauen und auf frühere Urteile zurückgreifen. So wollen wir eine Konstanz in die Urteile bringen.“

Auch beim Fahrwerksstreit stützt sich das Urteil der Sportkommissare jetzt auf eine simple Formel. Jede Fahrwerkstechnologie, die absichtlich die Aerodynamik beeinflusst, ist verboten. Whiting gibt ein Beispiel. „Wenn ein Auto anders einfedert als es ausfedert oder Energie zwischenspeichert, müssen wir davon ausgehen, dass dies einem anderen Zweck dient als der Primärfunktion einer Aufhängung.“

Die FIA schweigt sich darüber aus, ob gewisse Teams gezwungen waren, ihre Fahrwerke daraufhin umzubauen. Man hört, dass wenigstens ein Team Änderungen anbringen musste. Die Szene vermutet, dass es sich dabei um Red Bull handelt.

Auch Mercedes steht im Verdacht. Teamchef Toto Wolff wiegelt ab: „Es gibt nichts in der Klarstellung der Regel, dass uns zwingt etwas umzubauen, oder das die Performance des Autos beeinflussen würde.“

Motorsport Aktuell Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - Test - Barcelona - 10. März 2017 Öl-Checks neu definiert Maximal 0,6 Liter pro 100 Kilometer

Die FIA wird zu Saisonbeginn bei den Ölkontrollen nachsichtig sein.

Das könnte Sie auch interessieren
Charles Leclerc - Ferrari - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell
Nico Hülkenberg - Renault - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell
Max Verstappen - Red Bull - GP Singapur 2019 - Qualifying
Aktuell