FIA kritisiert Michelin-Teams - Anhörung

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Update ++ Der Internationale Automobilverband (FIA) hat die sieben Formel-1-Teams wegen ihres Startverzichts beim Großen Preis der USA scharf kritisiert. "Anstatt das Rennen zu boykottieren, hätten die Michelin-Teams akzeptieren sollen, in Kurve 13 mit geringerer Geschwindigkeit zu fahren", teilte die FIA am Montag (20.6.) in Paris mit.

So wären die Regeln eingehalten worden, die Rennställe hätten WM-Punkte holen und die Fans hätten einen Rennen sehen können. "Der Grund für das Debakel ist klar", urteilte die FIA. Jedes Team dürfe zwei Reifentypen mitbringen: einen am Limit und einen zweiten, der etwas langsamer, aber absolut zuverlässig sei. Keines der Michelin-Teams habe diese zweite Sorte in Indianapolis dabei gehabt. Schließlich habe der französische Hersteller, der neue Reifen fürs Rennen in die USA einfliegen lassen wollte, erklärt, dass auch diese unsicher seien.

Wegen Problemen mit den Reifen hatte Michelin seinen sieben Partnern aus Sicherheitsgründen am Sonntag in Indianapolis von einem Start abgeraten. Renault mit WM-Spitzenreiter Fernando Alonso, McLaren-Mercedes, BMW-Williams mit Nick Heidfeld (Mönchengladbach), BAR-Honda, Toyota, Sauber-Petronas und Red Bull Racing hatten daraufhin nach langen Diskussionen und fehl geschlagenen Einigungsversuchen mit der FIA und den drei anderen, mit Bridgestone-Reifen fahrenden Teams ihren Piloten befohlen, nach der Einführungsrunde und vor dem offiziellen Start des Grand Prix in die Box zu fahren.

FIA: Michelin ist für das Desaster verantwortlich

Der Dachverband bezeichnete Michelin und die mit den französischen Reifen antretenden Teams als verantwortlich für das Desaster. Die Formel 1 sei ein sportlicher Wettbewerb, der nach klaren Regeln funktionieren müsse. "Es kann nicht jedes Mal neu verhandelt werden, wenn ein Teilnehmer die falsche Ausrüstung zu einem Rennen mitbringt", schrieb die FIA. Sie habe angesichts der Sicherheitsprobleme der Michelin-Reifen neben anderen Vorschlägen angeboten, die Geschwindigkeit zu überwachen und jegliche Exzesse zu bestrafen. Die betroffenen Teams hätten ihre Zustimmung jedoch verweigert, es sei denn, die Bridgestone-Starter hätten ihr Tempo im gleichen Umfang reduzieren müssen.

Die FIA warf den Michelin-Teams vor, diese hätten nicht eingesehen, dass ein solches Vorgehen "extrem unfair" und auch gegen die Regeln gewesen wäre. "Die Bridgestone-Teams hatten voll taugliche Reifen. Sie mussten nicht verlangsamen", heißt es in der Erklärung. Die FIA habe bereits am 1. Juni allen Teams und beiden Reifenherstellern mitgeteilt, dass "die Reifen so gebaut werden müssen, dass sie unter allen Bedingungen zuverlässig sind".

Den Vorschlag, in der Hochgeschwindigkeitskurve zur Entschärfung eine Schikane einzubauen, bezeichnete der Verband aus verschiedenen Gründen als nicht praktikabel. Man könne sich leicht die Reaktion eines amerikanischen Gerichtes vorstellen, falls es einen Unfall gegeben und die FIA ihre eigenen Regeln und Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten hätte.

FIA-Anhörung am 29. Juni

Unterdessen hat die FIA mitgeteilt, dass sie die sieben Michelin-Teams zu einer Anhörung nach Paris einbestellt hat. Die Formel- 1-Rennställe McLaren-Mercedes, Renault, BMW-Williams, Toyota, BAR- Honda, Red-Bull-Racing und Sauber sollen am 29. Juni zu ihrem Startverzicht Stellung nehmen.

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