FIA legt Heckflügel lahm

DRS-Verbot im Monaco-Tunnel und Eau Rouge

Alonso - Monaco 2010 Foto: Ferrari 22 Bilder

Der Einsatz des verstellbaren Heckflügels in Monte Carlo hat im Fahrerlager von Barcelona für heiße Diskussionen gesorgt. Nur zwei der 24 Fahrer sind für einen Einsatz. Die FIA gibt trotzdem grünes Licht. Überholstelle ist die Zielgerade. Und im Tunnel wird das System deaktiviert. Auch in der Eau Rouge von Spa wird eine Ausnahme gemacht.

Monte Carlo ist normalerweise ein Rennen mit Überholverbot. Der verstellbare Heckflügel (DRS) könnte das ändern. Im Vorfeld wurde das Thema heiß diskutiert. Rubens Barrichello machte sich zum Sprecher der Piloten: "Alle Fahrer bis auf Michael Schumacher glauben, dass es in Monaco zu gefährlich ist, den Flügel flachzustellen. Vielleicht sieht Michael einen technischen Vorteil für sich."

Schumacher und Hamilton rebellieren

Barrichello liegt falsch. Auch Lewis Hamilton hat mit der Heckflügelverstellung auf der langsamsten GP-Strecke kein Problem: "Ich war von Anfang an dafür. Michael hat sich meiner Meinung nur angeschlossen. Die Sache ist doch ganz einfach. Wer sich nicht traut, muss den Flügel ja nicht einsetzen."

Auf dem Standpunkt steht auch die FIA. Der Heckflügel wurde als Überholhilfe eingeführt. Wenn man jetzt für Monaco eine Ausnahme macht, wird es dabei nicht bleiben. Dann erklärt man plötzlich den Einsatz auch in Spa und Singapur für gefährlich. "Es wäre pervers, wenn wir diese Überholhilfe auf einer Rennstrecke verbieten, wo man sie am nötigsten gebrauchen kann", erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting.

Kein DRS im Monaco-Tunnel und in Eau Rouge

Während die Fahrer noch diskutieren, welche Stelle auf dem Stadtkurs im Fürstentum die beste zum Überholen ist, hat sich der Weltverband bereits entschieden. Im Rennen darf der Flügel nur auf der Zielgeraden aktiviert werden. Im Training eigentlich überall, doch weil viele Fahrer vor Gefahren im Tunnel gewarnt hatten, trafen die FIA-Experten eine Konzessionsentscheidung. Im Tunnel bleibt das System das ganze Wochenende außer Kraft. Das gleiche plant die FIA beim GP Belgien für die Vollgaspassage von Eau Rouge.

Der Fahrer kann dann an diesen Stellen den Heckflügel-Knopf drücken so oft er will, es wird nichts passieren. Im Monaco deaktiviert die Elektronik den Mechanismus zwischen den Induktionsschleifen vom Tunneleingang bis zum Bremspunkt der Schikane. "Da wäre das Überholen sowieso schwierig geworden", urteilt Sebastian Vettel. "Du kannst dich frühestens am Tunnelausgang neben das andere Fahrzeug setzen. Von dort bis zum Bremspunkt ist der Weg ziemlich kurz."

Hamilton grinst: "Wer es da versucht, muss ganz dicke Eier haben." Teamkollege Jenson Button erzählt: "Im Simulator bin ich den Tunnel mit flachgestellten Heckflügel voll gefahren. Aber im Simulator gibt es auch keine Leitplanken. Wenn du da crashst, macht du für zwei Sekunden die Augen zu, und dann geht es weiter."

Überholen auf der Zielgerade fast unmöglich

Ob die Zielgerade eine gute Überholstelle ist, wird in Fahrerkreisen aber auch bezweifelt. "Es ist sehr schwer, dem Auto vor dir durch die Zielkurve zu folgen. Bis du endlich auf den Vordermann aufschließt, ist die Gerade fast schon wieder vorbei", wirft Hamilton ein.

Nick Heidfeld gibt zu bedenken: "Die Zielgerade ist schmal. Da passen kaum zwei Autos nebeneinander." Vettel pflichtet bei: "Zu wenig Platz." Hamilton wagt als Überholer vom Dienst eine Prognose: "Es wird ein paar Überholmanöver in Monte Carlo geben, aber nicht viele."

Ein Überholmanöver wird in Monte Carlo auch mit dem Heckflügel als Hilfe ein Gewaltakt bleiben. "Auf anderen Strecken hat das Überholen irgendwie seinen Reiz verloren. Es ist fast zu einfach", meint Heidfeld. "Früher war es schon was Spezielles, wenn du einen Kollegen auf der letzten Rille ausgebremst hat. Das war ein ganz besonderes Gefühl. Daran hast du dich erinnert."

Zwei Überholstellen in Valencia und Montreal

Was wird Heidfeld dann erste in Valencia und Montreal sagen. Dort plant die FIA sogar an zwei Stellen des Kurses den Einsatz des verstellbaren Heckflügel zu erlauben. In Montreal auf der letzten Geraden vor Start-Ziel und auf der Zielgeraden. In Valencia auf der Geraden zwischen den Kurven zehn und zwölf und den Kurven 14 und 17.

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