FIA-Präsidentschafts-Wahlkampf

Die Schlammschlacht beginnt

Jean Todt FIA 2013 Foto: xpb

Wenige Tage vor der FIA-Weltratsitzung in Dubrovnik nimmt der Wahlkampf um das Amt des FIA-Präsidenten an Schärfe zu. Herausforderer David Ward wirft Jean Todt unerlaubten Stimmenfang vor. Mittlerweile tauchen Gerüchte auf, dass noch ein dritter Kandidat ins Rennen geschickt wird.

Bis zum GP Singapur hat David Ward die Füße stillgehalten. Doch kurz vor der FIA-Weltratsitzung am 27. September in Dubrovnik geht der Wahlkampf in eine erste heiße Phase. Der Herausforderer um das Amt des FIA-Präsidenten hat seinen Rivalen Jean Todt in einem offenen Brief zunächst aufgefordert, an einer offenen Debatte über die Managementstruktur, die Entscheidungsfindungsprozesse und die Finanzen der FIA teilzunehmen.

Todt verzichtete auf eine Antwort. Und damit wohl auf eine öffentliche Diskussion. Die wird vermutlich auch so am kommenden Freitag in Dubrovnik stattfinden. Die Präsidenten der Sportclubs werden eine Antwort auf die Frage hören wollen, was mit den erhofften Einnahmen von 40 Millionen Dollar aus der Formel 1 passieren soll. Die gibt es aber nur, wenn in dieser Woche das Concorde Abkommen von allen Parteien unterzeichnet wird. Nach jüngsten Wasserstandsmeldungen ist das eher unwahrscheinlich.

Ward fordert Untersuchung in FIA-Ethik-Kommission

David Ward hat pünktlich vor einem zu erwarteten Schlagabtausch bei der Weltratsitzung die Daumenschrauben angezogen. Der Wahlkampf artet nun in eine Schlammschlacht aus. Der 57-jährige Engländer wirft Todt einen Fehlstart im Wahlkampf vor. Todt habe unerlaubterweise in Südamerika und Asien um Stimmen geworben, bevor die Wahlprozedur überhaupt begonnen hat.

"Der Einsatz von Sympathiebekundungen vor dem Wahlkampf ist ein ernsthafter Verstoß gegen die FIA-Statuten. Das muss untersucht und entsprechend geahndet werden." Ward hat deshalb bei der FIA Ethik-Kommission eine formelle Beschwerde gegen Todt eingereicht. Und er fordert die betroffenen Clubs auf, alle schriftlichen Unterstützungen, die vor dem 6. September in FIA-Kreisen kursierten, zurückzuziehen.

Stimmenfang vor dem Wahlkampf verstößt gegen FIA-Regeln 

In diesem Zusammenhang präsentiert der Herausforderer einen unfreundlichen Briefwechsel zwischen Jorge Tomasi, dem Präsidenten des Automobilclubs von Uruguay, und ihm. Ward wirft Tomasi und anderen Präsidenten der Südamerika-Zone vor, er hätte sich auf Treffen in Montevideo im März und in Buenos Aires im August dazu anstiften lassen, Jean Todt in seiner Kampagne für eine zweite Amtszeit schriftlich zu unterstützen.

Immerhin: Der neue Mann predigt Transparenz und hält sich auch daran. Todt sei auf FIA-Kosten zu dieser unerlaubten "Wahlkampfveranstaung" gereist. Das stehe in Konflikt mit Artikel 2.4 des FIA-Ethikcodes. Der Amtsinhaber bestreitet die Vorwürfe: "Sämtlich Anschuldigungen der Gegenseite sind falsch."

Ist Ward nur Strohmann für den unbekannten "Dritten"?

Inzwischen tauchen immer mehr Gerüchte auf, dass es noch einen dritten Kandidaten geben wird, der sich am 6. Dezember der Präsidentenwahl stellt. David Ward sei demnach nur der Wegbereiter eines unbekannten Dritten. Gehandelt wird Mohammed Ahmed bin Sulayem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der 51-jährige Rallyefahrer ist seit 2008 FIA-Vizepräsident.

Ward hatte in seiner Wahlkampagne erklärt, dass der FIA-Präsident im Idealfall ein Präsident eines Automobilclubs sein und eine nicht exekutive Rolle ausüben sollte. Die FIA sollte deshalb unterhalb des Präsidenten einen Geschäftsführer nominieren, der den Verband nach den Maßstäben einer Firma führt. Möglicherweise hat Ward genau diesen Posten für sich selbst im Visier.

Für die Theorie, dass der Engländer nur das Feld für einen anderen bestellt, spricht auch die Aussage von Bernie Ecclestone im auto motor und sport-Interview aus Singapur: "Ich bin ein bisschen überrascht, dass Ward kandidieren will. Aber dieser Schritt wird vielleicht die Tür für andere mögliche Kandidaten öffnen. Sie werden sich sagen: Was der kann, kann ich auch. Wir wissen also noch nicht, wer am Ende antritt. Es ist noch Zeit, seine Nominierung abzugeben."

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