FIA präzisiert Sparplan

Foto: FIA

Sechs Tage nach den revolutionären Sparplänen der FIA für die Formel 1 haben die elf Teams Post vom Weltverband erhalten. Darin präzisiert FIA-Präsident die Sparpläne, die vergangenen Freitag für viel Wirbel gesorgt haben.

Zur Erinnerung: Mosley will den Teams eine Obergrenze für das Budget setzen. Innerhalb dieses Etatrahmens könnten die Teams dann frei entscheiden, in welche Bereiche sie ihr Geld investieren. Der Plan mit der Budgetdeckelung soll bereits ab 2009 greifen.

Der Budgetrahmen gilt nach Mosleys Plänen für alle operativen Kosten zur Entwicklung der Autos, ihrer Fertigung und der Einsatzkosten. Ausgenommen sind die Ausgaben für den Motor, die Fahrergehälter, das Marketing und die Bezüge der Teamchefs. Die FIA begründet die Freistellung der Teamchefgehälter damit, dass die Rennställe unterschiedlich strukturiert sind. Die Werksteams sind zum Teil in Aktiengesellschaften eingegliedert, was bedeutet, dass die Teamchefs nach einer internen Besoldungsabstufung bezahlt werden. Im Fall der Motoren gibt es Teams, die ihre Motoren selbst bauen, andere die sie von außen einkaufen.

Am 31. Januar wird FIA-Technikexperte Tony Purnell sich mit den Finanzchefs der elf Teams in Paris treffen, um über die Höhe des Budgetrahmens zu diskutieren. Experten erwarten eine Höchstgrenze von höchstens 150 Millionen Dollar. In dieser Sitzung soll eine Obergrenze für die Jahre 2009 bis 2011 festgelegt werden. Als Kontrollfunktion will die FIA nach dem Vorbild der Überhol-Kommission ein Expertengremium benennen, das zunächst klare Regularien definieren soll.

Sollten diese Expertengruppe bis zum 30. Juni keinen zufriedenstellenden Prüfmechanismus auf den Tisch legen, der dann von der Mehrheit der Teams abgesegnet werden muss, droht die FIA mit der Einführung der Aerodynamikrestriktionen, wie sie der Weltrat am 7. Dezember vorgeschlagen hat. Das hieße: Nur ein Windkanal pro Team, eine begrenzte Zahl an Windkanalstunden und Windkanalmodellen, sowie Einschnitte bei der Computersimulation. Der Großteil der Teams favorisiert eine Obergrenze des Budgets. "Das lässt uns die Freiheit, innerhalb dieses Rahmens selbst zu entscheiden, in welche Entwicklungsrichtungen und Werkzeuge wir unser Geld investieren", sagt BMW-Teamchef Mario Theissen. Mercedes-Sportchef Norbert Haug unterstreicht: "Mercedes unterstützt jede sinnvolle Kostensenkung, wenn dabei die Show für den Zuschauer nicht eingeschränkt wird."

Für die Motoren gibt es nach FIA-Plänen eine gesonderte Regel. Der Entwicklungsstopp gilt nur noch für fünf Jahre bis Ende 2012. Ab 2013 soll es eine neue Motorenformel geben, die folgenden Zielen genügt: geringe Kosten, lange Laufzeiten, effizienter Verbrauch und niedrige CO2-Emmissionen. Die Einzelheiten dieser Motorenformel sollen bis zum Juni 2010 ausdiskutiert werden. Die FIA will dann auch für die Motorenentwicklung eine Obergrenze für den Kostenaufwand festlegen. Außerdem soll ein Höchstpreis für Kunden-Triebwerke festgelegt werden. Als kleines Geschenk für die kommende Saison hat jedes Team einen Motorschaden pro eingesetztem Auto frei. Erst ab dem zweiten Motorplatzer für das entsprechende Auto gilt die Regel: zehn Startplätze zurück.

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