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Red Bull - Formel 1 - Technik - GP Australien 2017
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FIA prüft Überholproblem

DRS-Zonen nicht sofort länger

Der GP Australien hat bestätigt, was Experten befürchtet hatten. Das Überholen ist deutlich schwieriger geworden. Trotzdem will die FIA die DRS-Zonen nicht sofort verlängern, sondern die Lage prüfen.

57 Runden, fünf Überholmanöver: das ist die Bilanz des GP Australien. Als der Mercedes-Kommandostand Lewis Hamilton aufforderte, Max Verstappen zu überholen, weil jede Runde mehr hinter dem Red Bull die Führung gefährdete, da gab der Fahrer im Auto mit der Startnummer 44 verzweifelt zur Antwort: „Ich habe keine Ahnung, wie ich das anstellen soll.“

Max Verstappen sprang Hamilton zur Seite: „Ich hatte alte Reifen, Lewis neue. Er wäre nie vorbeigekommen. Ich umgekehrt auch nicht. Du spürst die Turbulenzen, wenn du näher als 2 Sekunden aufschließt und verlierst sofort Grip.“ Valtteri Bottas bestätigte: „Wenn früher der kritische Abstand eine Sekunde betragen hat, sind es jetzt zwei.“

Mehr Aerodynamik heißt weniger Überholen

Das Problem ist hausgemacht. Mehr aerodynamisch erzeugter Abtrieb produziert mehr schlechte Luft. Je mehr die Autos von dieser Aerodynamik abhängig sind, umso mehr leidet der Fahrer im Windschatten. Er kann in den Kurven vor den Geraden nicht dicht genug aufschließen. Bis er sich auf der Geraden angesaugt hat, ist es schon zu spät. Die längste Gerade in Melbourne misst nur 710 Meter.

Sergio Perez - GP Australien 2017
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Dazu kommt, dass der Unterschied zwischen frischen und gebrauchten Reifen geschrumpft ist. Wenn die Abnutzung der Reifen pro Runde nur 0,1 Sekunden beträgt, dann ist ein Auto nach 20 Runden nur 2 Sekunden langsamer. Diese Differenz ist aber zu wenig, um mit frischen Gummis einen Angriff zu starten. Die Fahrer sagen: „Du musst mindestens 3 Sekunden schneller sein.“

Niki Lauda warnt vor vorschneller Kritik. „Melbourne war immer schon ein Kurs, auf dem Überholen schwierig war und ist nur eine Spur besser als Monte Carlo.“ Das mag stimmen, doch die Statistik zählte beim Rennen 2016 insgesamt 37 Überholmanöver. Das ist sieben Mal so viel wie in diesem Jahr.

Bottas hofft auf Windschatten-Effekt

Gleich nach dem Saisonauftakt wurden bereits Stimmen laut, die DRS-Zonen zu verlängern. FIA-Rennleiter Charlie Whiting rät von Panikaktionen ab. „Wir haben erst ein Rennen hinter uns. Melbourne war mit dem Überholen immer problematisch. Wir können hier gar nicht die DRS-Zonen verlängern, weil sie schon maximale Länge haben. Mehr geht nicht.“

Whiting rät, die Situation erst einmal zu beobachten. „Mit Shanghai und Bahrain folgen zwei Strecken, auf denen die Geraden länger sind. Wenn es dann immer noch Probleme gibt, können wir darüber nachdenken, ob wir die DRS-Zonen verlängern sollen.“

Valtteri Bottas hofft, dass längere Geraden das Problem von allein lösen. „Die breiteren Autos schlagen größere Löcher in die Luft. Deshalb wirkt auf der Gerade der Windschatten besser. Wenn die Gerade lang genug ist, sollte uns das helfen, vor dem Bremspunkt auf den Vordermann aufzuschließen.“

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