FIA

Red Bull unter Druck

Foto: Daniel Reinhard

Das Kommuniqué der drei Rennkommissare Garry Connelly, Henry Krauser und Philip Leong kam am Freitag (21.3.) um 16.15 Uhr. Darin fordern die Kommissare Red Bull auf, den Nachweis zu erbringen, dass die Aufhängung nach artikel 2.3 des Technischen Reglements sicher gebaut ist.

Das heißt: Wenn es Red Bull nicht gelingt eine befriedigende Antwort abzuliefern, schauen David Coulthard und Mark Webber beim Grand Prix am Sonntag zu. Vorausgegangen war ein Unfall von David Coulthard, bei dem der Red Bull über einen Randstein sprang und beim Aufprall auf die Straße beide Vorderräder verlor. Sie brachen am Radträger ab. In Melbourne war bereits ein ähnlicher Vorfall passiert.

Materialproblem?

Experten vermuten, dass Red Bull für die Querlenker der Aufhängungen sogenannte hochmodulare Fasern verwendet. Die sind extrem leicht, bei statischer Belastung extrem steif, wenn jedoch eine dynamische Belastung wie bei einem Sprung auftritt, können sie unter dem plötzlichen Biegemoment brechen wie Streichhölzer. Das gleiche trifft nach Ansicht einiger FIA-Beobachter für den Toyota zu. Die Aufhängungen hätten nach Timo Glocks Landung auf der Straße nie und nimmer abbrechen dürfen.

Nach den alarmierenden Vorfällen ist es möglich, dass die FIA in Zukunft die Verwendung dieser speziellen Fasern verbietet. Red Bull hat nur eine Chance auf den Aufruf der Kommissare kurzfristig zu reagieren. Sie müssten die entsprechenden Aufhängungsteile mit zusätzlichen Fasern anderer Struktur ummanteln. Das kann vor Ort gemacht werden. Ob das wirklich Abhilfe schafft ist allerdings fraglich. "Das ist so, als würdest Du auf ein Holzbein ein Pflaster kleben", kommentierte ein Ingenieur der Konkurrenz die Notoperation.

Crash mit über 200 km/h

Für die Red Bull-Piloten ist vor allem der Unfallgrund besorgniserregend. Die brechenden Aufhängung waren ja nur ein Folgeschaden. Aber wenn in einer 230 km/h schnellen Kurve der Lenkhebel an einer geleimten Stelle bricht, ist das aus Sicht des Fahrers nicht lustig. "Das darf dir nicht in der Eau Rouge-kurve in Spa passieren", meinte Mark Webber. Sepang dagegen verzeiht Materialbrüche. Auf dem malaysischen GP-Kurs gibt es Auslaufzonen im Überfluss. Gehen die Red Bull-Piloten deshalb vorsichtiger zu Werke. "Ich bin Rennfahrer", antwortet Mark Webber, "und gebe immer 100 Prozent. Dass an Rennautos etwas brechen kann, ist keine neue Erkenntnis."

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