Alfa-Sauber C38 - Lenkrad xpb

Viele Standardteile ab 2021

Ein Lenkrad für alle

Die Formel 1 soll in Zukunft sinnlose Ausgaben vermeiden. Komponenten, die für den Zuschauer nicht sichtbar sind und nicht zur Rundenzeit beitragen, sollen vereinheitlicht werden. Die FIA hat den Teams eine Liste der Standardteile für 2021 geschickt. Auch das Lenkrad zählt dazu.

Das Ziel von FIA und F1-Management ist klar gesteckt. Die Teams sollen in Zukunft sinnlose Ausgaben vermeiden. Das funktioniert in der Formel 1 nur mit Standardteilen. Alles, was der Zuschauer nicht sieht und was entweder gar nicht oder nur marginal zur Rundenzeit beiträgt, soll ab 2021 vereinheitlicht werden. Darunter sind auch viele Teile, zu der die Fans keinerlei emotionalen Bezug haben. Wen interessiert schon, wer die Lenksäule oder das Bremspedal baut? Also macht es auch keinen Sinn, Entwicklungsaufwand in Konstruktion oder Material zu stecken.

Die FIA hat den Teams vergangene Woche eine Liste von Komponenten vorgelegt, die in zwei Jahren in jedem Auto identisch sein müssen. Für manche dieser Teile soll es einen General-Lieferanten geben, der in einer Ausschreibung von der FIA ermittelt wird. Zum Beispiel die Getriebe-Kassette. Andere Teile dürfen die Teams selbst produzieren, allerdings nach einer einheitlichen Vorgabe.

Diese Teile sind ab 2021 Standard

Das Getriebe ist ein Grenzfall, weil es zu den größeren Komponenten am Auto zählt. Nur noch das Gehäuse dürfen die Teams selbst konstruieren. Von seiner Funktion gibt es aber keine Unterschiede. Alle haben acht Gänge, und alle verwenden seit Jahren so genannte Quickshift-Schaltungen, die ohne Zugkraftunterbrechung hochschalten können. Weniger als null Schaltzeit geht nicht. „Das Getriebe gewinnt dir kein Rennen. Es verliert dir höchstens eines, wenn es kaputt geht“, sagen die Ingenieure.

Die Innereien des Getriebes sind nur eines von vielen Standardteilen. Wir haben uns die Liste mit den geplanten Einheitsteilen besorgt, und die ist umfangreicher als man denkt:

  • Bremssättel
  • Bremsscheiben
  • Bremsbeläge
  • Lenksäule
  • Felgen
  • Halo
  • Crash-Strukturen seitlich und hinten
  • Achsen
  • Radmuttern
  • Antriebswelle
  • Brems- und Gaspedal
  • DRS-Mechanismus
  • Innereien des Benzintanks wie zum Beispiel Pumpen
  • Boxenstopp-Ausrüstung: Dazu zählen Wagenheber, Galgen und Schlagschrauber.

Die Vereinheitlichung der genannten Komponenten wird bei den Fans kaum einen Proteststurm auslösen. Beim Lenkrad könnte das anders sein. Auch die Lenkräder sollen in Zukunft gleich aussehen. Das heißt: Gleiche Anordnung von Knöpfen und Schaltern, das gleiche Display im Zentrum des Lenkrads. Bei den Teams schätzt man die Kostenersparnis eher gering ein. Auch für die Standardteile muss man bezahlen. Beim Getriebe könnte es so teuer werden, dass die FIA ihren Plan aufgibt, die Produktion einem Hersteller zu übertragen. Der gesparte Entwicklungsaufwand für die genannten Teile wird auf 300.000 Euro geschätzt.

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