FIA und Hersteller rauchen Friedenspfeife

Foto: Daniel Reinhard

Erstmals seit Jahren gab es ein friedliches Treffen zwischen Formel 1-Akteuren und der FIA. Bei einem Treffen in Mailand hat Präsident Max Mosley mit Teams und Herstellern über das Reglement der Zukunft beraten.

Selbst die politischen Außenseiter der Formel 1 waren angetreten. Ferrari wollte eigentlich fernbleiben, schickte dann aber gleich eine vierköpfige Abordnung nach Mailand. Es ging um das Reglement ab 2008, und erstmals seit drei Jahren verliefen die Gespräche zwischen Sportbehörde, Teams und Herstellern friedlich. "Das ist ein positives Ergebnis. Es gab keinen Streit und keine verhärteten Positionen", sagten Mosley und die Teamchefs einhellig nach der vierstündigen Sitzung am Mittwoch (31.8.).

Zunächst einmal waren sich alle Parteien einig, dass die Kosten runter müssen und die Show verbesserungswürdig ist. Traktionskontrollen werden verboten. Das Überholen soll deutlich einfacher werden, dazu wird die Aerodynamik beschnitten. Gleichzeitig dürfen die Autos aus Sicherheitsgründen nicht zu schnell sein.

Getriebe müssen zwei Rennen halten

Differenzen gab es lediglich in Detailfragen. Die Teams wollen keine rein mechanischen Getriebe. So rang ihnen Max Mosley wenigstens ab, dass bestimmte teure Materialien verboten werden und die Schaltwerke künftig analog zum Motorenreglement mindestens zwei Rennen halten müssen.

Die Abtriebswerte sollen um 50 Prozent sinken. Dazu haben Hersteller und FIA Studien in Auftrag gegeben, die bis zum Monatsende abgeschlossen sein müssen. Die FIA schloss einen Vertrag mit der Computerfirma AMD (Erfinder des 64bit-Prozessors). AMD ist bereits Partner von sieben Formel 1-Teams und ist in der Lage aerodynamische Simulationen am Computer durchzuführen.

Stichtag 31. Oktober

Die Eile ist durch die Statuten begründet. Das Concorde-Abkommen fordert, dass neue technische Regeln mindestens zwei Jahren Vorlauf beschlossen werden müssen, um den Ingenieuren genug Zeit zum Reagieren zu lassen. So muss das für Januar 2008 geltende Reglement bereits bei der FIA-Weltratssitzung am 31. Oktober verhandelt werden.

Bei der Verhandlung in Mailand stieß den Teams nur ein Detail sauer auf: Max Mosley kündigte die Gründung eines Expertenrates an, in dem FIA-Kommissare und Hersteller-Vertreter über künftige Regelfragen befinden sollen. Die Rennställe sind in diesem Gremium nicht vertreten.

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