FIA-Vorstoß sorgt für Konflikte

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Nach einem Regelpaket mit drei Auswahlmöglichkeiten von FIA-Präsident Max Mosley steht die Königsklasse des Motorsports vor der großen Zerreißprobe und könnte am Ende den Richtungsstreit sogar vor Gericht ausfechten.

Obwohl sich nach der jüngsten Unfallserie die Einsicht durchgesetzt hat, dass die Rennen wieder langsamer und die Kosten gesenkt werden müssen, sorgt vor allem die neue Motorenregelung für großen Wirbel. Im Kampf um die Macht in der Formel 1 legte der Internationale Automobilverband (FIA) am vergangenen Montag sein dreiteiliges Maßnahmenpaket auf den Tisch.

"Sollten diese Regeln kommen, steigen wir aus", kündigte Honda-Motorsportchef Otmar Szafnauer bereits an. Neben dem japanischen Hersteller bekämpfen auch die beiden deutschen Konzerne BMW und Mercedes den Motorenvorschlag des Weltverbandes. "Drei Teams sind mit
den Vorschlägen nicht besonders glücklich", stellte Mosley denn auch fest. Die anderen Hersteller Ferrari, Renault und Ford haben sich dagegen mit den Umständen offenbar arrangiert. Toyota gilt noch als Wackelkandidat.

Schon in der nächsten Saison soll der rund 900 PS starke V10-Motor zwei Rennwochenenden lang halten, es dürfen nur noch zwei Reifensätze pro Wochenende gefahren werden. Außerdem werden die Aerodynamikbestimmungen sehr stark verändert. Vom übernächsten Jahr an sollen die Formel-1-Boliden nur noch von V8-Triebwerken anstatt von V10-Motoren angetrieben werden. Außerdem soll der Hubraum dann von 3,0 auf 2,4 Liter reduziert werden. Dieses "Abspecken" soll die Autos langsamer machen - doch ob das wirklich der Fall ist, wird von vielen Fachleuten bezweifelt. Auch werden wohl keine Kosten gespart, denn die Achtzylinder-Motoren müssten neu entwickelt werden.

"Es ist erfreulich, dass bezüglich der Pakete Aerodynamik und Reifen offensichtlich breite Akzeptanz herrscht. Nach Ansicht der Fachleute wird die von der FIA geforderte Erhöhung der Rundenzeiten auf jeden Fall damit schon erreicht", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Er hofft auf einen Sinneswandel bei der FIA: "Wir favorisieren die Beibehaltung des 3-Liter-V10-Motors in Verbindung mit einer gesteigerten Motorenlaufleistung, die von allen Herstellern bereits akzeptiert ist."

Doch nach seinem Rücktritt vom Rücktritt vom Amt des FIA-Präsidenten fährt Mosley die harte Tour und gibt sich wenig kompromissbereit. "Wenn sich die Teams nicht einigen, kann die FIA selbst entscheiden. Und das wird sie auch tun", kündigte der Brite am Rande des Großen Preises von Italien in Monza an. Schließlich hatte die Technische Kommission der Formel 1, zu der vor allem die zehn Teams gehören, die erste Frist zu einer Einigung verstreichen lassen. Nun stehen die Teams unter Zugzwang, denn innerhalb von 45 Tagen sollen sie das richtige Technikpaket ausgewählt haben. Ansonsten kann Mosley die Regeln vorgeben und seine Wahl mit Sicherheitsaspekten begründen.

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