FIA Wolfgang Wilhelm
Renault F1 Motor 2014 V6
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FIA-Weltrat beschließt neue Gesetze

15 neue Regeln für die Formel 1

Der FIA-Weltrat hat in Goodwood getagt und eine ganze Reihe von Änderungen beschlossen. Die wichtigsten haben wir bereits angekündigt. Hier liefern wir alle Entscheidungen des höchsten FIA-Gremiums nach.

FIA-Präsident Jean Todt und Bernie Ecclestone waren am Freitag (28.6.2013) nicht in Silverstone. Sie haben sich im Rahmen der FIA-Weltratsitzung 100 Kilometer weiter südlich in Goodwood getroffen. Dabei wurden folgende Regeländerungen für 2014 beschlossen.

  • Auf Antrag von Mercedes wurde die maximale Anzahl von Kundenteams für die neuen Turbomotoren von drei auf vier erhöht.
  • Der Punktekatalog für Strafen kommt. Sammelt ein Fahrer mehr als 12 Punkte innerhalb der zurückliegenden 12 Monate, muss er ein Rennen aussetzen. Je nach Schwere des Vergehens werden einer bis drei Punkte vergeben. Darüber entscheiden die Sportkommissare. Fahrer können während des Rennens Fehler wieder gutmachen, indem sie freiwillig eine Position herschenken.
  • Die Windkanalstunden und die Kapazitäten der CFD-Simulation werden drastisch verringert. Dafür darf jedes Team während der Saison vier Mal je zwei Tage testen. Filmtage und der Young Drivers Test entfallen. Die Testfahrten werden auf europäischen Rennstrecken am Dienstag und Mittwoch nach dem jeweiligen Grand Prix stattfinden. Außerdem darf einer der Wintertests in den Januar 2014 vorgezogen werden, damit die Motorenhersteller so früh wie möglich ihre neuen Turbo-Triebwerke ausprobieren können.
  • Beim Boxenstopp während des Rennens muss jedes Teammitglied einen Helm tragen.
  • In der ersten halben Stunde des Freitagstrainings erhält jeder Fahrer einen Reifensatz extra. Das soll die Teams dazu ermutigen, gleich von Trainingsbeginn an auf die Strecke zu gehen. Der Reifensatz muss nach 30 Minuten abgegeben werden.
  • Pro Fahrer sind 2014 fünf Antriebseinheiten erlaubt. Wer einen zusätzlichen kompletten Antrieb (Motor, Turbolader, Batterie, MGU-K, MGU-H, Leistungselektronik) muss dieses Rennen aus der Boxengasse starten. Für jede der sechs Komponenten gibt es ab dem sechsten Exemplar eine Strafversetzung um zehn Startplätze.
  • Jeder Hersteller darf nur eine Antriebseinheit für 2014 homologieren. Damit will man maßgeschneiderte Motoren für die enzelnen Kundenteams verhindern.
  • Das Getriebe muss sechs statt wie bislang fünf Rennen lang halten.
  • Für eine Renndistanz dürfen maximal 100 Kilogramm (135 Liter) Benzin verbrannt werden. Das gilt vom Start bis zur Zielflagge und wird durch den FIA-Durchflussmengenbegrenzer kontrolliert.
  • Das Speedlimit während des Rennens wird von 100 auf 80 km/h reduziert. Ausnahmen sind Melbourne, Monte Carlo und Singapur mit jeweils 60 km/h.
  • Eine Stufe im Chassis ist verboten. Damit werden die Ingenieure gezwungen, tiefere Nasen zu bauen.
  • Das Gewichtslimit wird um 5 Kilogramm auf 685 Kilogramm angehoben, weil die neuen Motoren schwerer geraten sind als erwartet. Daran richtet sich auch die neuen Rahmenbedingungen für die Gewichtsverteilung aus.
  • Eine elektronische Kontrolle der Hinterradbremsen wird ab 2014 erlaubt, um ein konstanteres Bremsen während der Energiespeicher-Phase zu ermöglichen. Mit anderen Worten: Hinten fahren die neuen Formel 1-Autos mit ABS.
  • Ein Seitencrashtest entfällt. Stattdessen ist die Crashstruktur in den Seitenkästen in Form, Material und Position vorgeschrieben.
  • Die Seitenwände des Cockpits müssen stärker werden. Sie dürfen sich beim statischen Belastungstest nur noch um 5 statt 20 Millimeter verbiegen.
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