FIA-Weltrat

Kommt die 50 Millionen-Grenze?

Foto: dpa

Die Formel 1-Welt blickt gespannt nach Paris. Am Dienstag (17.3.) entscheidet der Weltrat der FIA über wichtige Anträge, die das Gesicht der Formel 1 nachhaltig verändern könnten.

Die Teamvereinigung FOTA will den Punktemodus noch in diesem Jahr ändern und damit den Sieger besser belohnen: 12-9-6-5-4-3-2-1 statt 10-8-7-5-4-3-2-1. Im nächsten Jahr soll zusätzlich auch noch der schnellste Boxenstopp dem entsprechenden Team einen Extrapunkt im Konstrukteurspokal bringen. Auch eine Reduzierung der Renndistanz auf maximal 250 Kilometer oder 100 Minuten für 2010 ist beantragt.

Kommt der Budget-Deckel?

Spannender wird das Votum des FIA-Weltrats zum Vorschlag von Präsident Max Mosley zum Thema Sparen. Mosley will eine Deckelung des Budgets ab 2010. Gerüchte sprechen von 50 Millionen Euro pro Jahr. Innerhalb dieses Rahmens wäre alles frei. Die Teams können selbst entscheiden, ob sie lieber mehr testen oder ihre Zeit auf Prüfständen oder im Windkanal verbringen. Es gäbe dann auch keine Beschränkungen mehr für Windkanalstunden, Modellgröße oder Computerkapazitäten.
 
Auch ein Standard-KERS oder ein Einheitsgetriebe wäre vom Tisch. Die Teams könnten selbst Entscheiden, ob man sich aus Kostengründen auf einen einheitlichen Hybridantrieb verständigen oder in Eigenregie ihre aktuellen Systeme weiterentwickeln. Interessant wird die Frage, ob Fahrergehälter Teil des Budgets sind, und ob es für die Motoren eine separate Regelung gibt. Wer die Budgetgrenze nicht einhält, muss mit Strafen und Einschränkungen rechnen.

Teampläne reichen nicht

Den genauen Plan will Mosley am Dienstag auf den Tisch legen. Der FIA-Präsident geht mit seinem Vorschlag in die Offensive. Er weiß, dass die von den Teams eingebrachten Sparvorschläge nicht ausreichen, sollte die Finanzkrise anhalten. Die Budgetgrenze ist so niedrig gewählt, dass die Formel 1 für alle Teams zum Profitcenter würde. Den Herstellern wäre damit das Argument genommen, aus Kostengründen auszusteigen.

Der rigorose Einschnitt soll in einer zweiten Instanz neue Privatteams anlocken. Sie könnten mit dem Geld aus Bernie Ecclestones Kasse überleben und hätten mit zusätzlichen Sponsoreinnahmen eine gute Basis, ein wettbewerbsfähiges Auto zu bauen. Der Höhenflug des Brawn GP-Teams kommt der FIA in ihrer Kampagne gelegen. Da beweist ein Privatteam, das es mit den Herstellern mithalten kann. Das könnte Neueinsteigern als Vorbild dienen.

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