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FIA will neue Stallregie-Gesetze

Strafe gegen Ferrari wäre Heuchelei

Für Ferrari ist das Kapitel Stallregie abgehakt. Die FIA verzichtete auf weitere Strafen zum Stallregie-Skandal. Einerseits reichten der FIA die Beweise nicht. Andererseits hätte man ein Fass ohne Boden aufgemacht. Stallregie findet fast in jedem zweiten Rennen statt.

Ferrari ist mit einem blauen Auge davongekommen. Die Stallregie von Hockenheim zog keine weitere Strafe nach sich. Damit schloss sich der FIA-Weltrat dem Urteil der Rennkommissare vor Ort an. Sie büßten Ferrari mit 100.000 Dollar. Für eine härtere Bestrafung fehlten die eindeutigen Beweise.

Angst vor Ferrari-Klage

Der Weltverband hatte offenbar auch Angst, dass Ferrari sonst vor ein Zivilgericht gezogen wäre. Ein Punktabzug wäre nach Meinung der FIA Heuchelei gewesen. Weil jeder weiß, dass Stallregie kein Einzelfall ist. Die anderen Teams stellen es nur geschickter an als Ferrari.

Als Jenson Button in Istanbul den Befehl bekam, Sprit zu sparen, hieß das übersetzt: Greife Lewis Hamilton nicht mehr an. Das Boxenstopptiming von McLaren in Hockenheim ließ den Verdacht aufkommen, dass die Teamleitung nicht daran interessiert war, Button an Hamilton vorbeizubringen.

Arbeitsgruppe diskutiert in Singapur

Es liegt jetzt an der Arbeitsgruppe der Teammanager eine Regelung für die Zukunft zu finden. In Singapur findet eine erste Sitzung zu dem Thema statt. Viel spricht dafür, dass das Verbot der Stallorder modifiziert wird. Eine mögliche Lösung: Stallorder ist erst ab einem bestimmten Punkt in der Saison erlaubt. Wer vorher alle Karten auf einen Fahrer setzt, so wie Ferrari 2002 am A1-Ring, der wird bestraft.

Es ist aber auch denkbar, dass der Passus der Stallregie komplett aus dem Reglement gestrichen wird. Der FIA bleibt dann immer noch eine Handhabe gegen Teams, die zu früh in der Saison einen Platztausch befehlen oder es so offensichtlich tun wie Ferrari in Hockenheim. Es gibt ja noch den berühmten Paragrafen, der es den Teilnehmern verbietet, dem Ansehen des Sports zu schaden.

Es soll dann den Sportkommissaren von Fall zu Fall überlassen bleiben, ob das der Fall ist. Der beste Indikator dafür ist das Publikum. Wenn die Reaktion so heftig ausfällt wie 2002 am A1-Ring oder 2010 in Hockenheim besteht Handlungsbedarf.

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