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Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien 2021 - Barcelona - Rennen
Max Verstapen - Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Spanien 2021 - Barcelona - Rennen
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Flexi-Wings: FIA kündigt schärfere Tests an

FIA kündigt schärfere Tests an Schluss mit den Flexi-Wings?

GP Frankreich

Lewis Hamilton hatte die Debatte um biegbare Flügel in Barcelona wieder auf die Agenda gebracht. Nun hat auch die FIA reagiert. Bis Ende Juni bekommen die Teams noch Schonfrist. Dann werden verschärfte Tests eingeführt.

Die Diskussionen über biegbare Flügel-Elemente sind nicht neu in der Formel 1. Dabei sind bewegliche Aerodynamik-Teile laut Artikel 3.8 des technischen Reglements eigentlich klipp und klar verboten. Doch weil man die zum Teil sehr filigranen Strukturen nicht zu 100 Prozent verwindungssteif bauen kann, gibt es viele Grauzonen.

Wer diese Grauzonen nicht bis an den Rand des Erlaubten ausnutzt, verliert wertvolle Rundenzeit. Alle Teams haben in den letzten Jahren Abteilungen aufgebaut, in denen ausgebildete Material-Experten intensiv an neuen Verbundstoffen und Legierungen forschen. Das Ziel ist es, die Bauteile so zu gestalten, dass sie bei den FIA-Checks nicht auffallen, sich aber während der Fahrt trotzdem nach Wunsch verformen.

Lange Zeit konzentrierten sich die Debatten vor allem um den Frontflügel. Doch zuletzt ist immer mehr das hintere Leitwerk in den Fokus der Ingenieure geraten. Wenn die Autos mit hohem Tempo über die langen Geraden rasen, biegt sich der komplette Flügel ein Stück nach hinten, wodurch der Luftwiderstand sinkt und der Top-Speed steigt. In Kurven geht es wieder zurück in die ursprüngliche Stellung, um den maximalen Abtrieb zu generieren.

Red Bull - GP Spanien 2021
Wilhelm
Auf der Geraden biegt sich der komplette Flügel nach hinten, um den Luftwiderstand zu reduzieren.

Red Bull verbiegt Flügel

Diesen Trick beherrschen mittlerweile alle Teams. Doch offenbar hat Red Bull die Technik nun so weit verfeinert, dass sich der Flügel beim RB16B noch ein Stück extremer verbiegt als bei der Konkurrenz. Mercedes soll auf der Zielgerade in Barcelona Fotos gemacht haben, die das Ausmaß genau belegen können.

Lewis Hamilton sprach das Thema in der Sieger-Pressekonferenz sogar öffentlich an: "Sie können größere Flügel fahren und sind trotzdem schnell auf den Geraden. Das bringt sicher drei Zehntel", rechnete der Weltmeister vor.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner versuchte die Attacken aus dem Silber-Lager so gut es ging abzuwehren. Der Brite bekräftigte, dass man alle Tests der FIA-Experten bestanden habe und das Auto deshalb legal sei. Er gab zu, dass ihn Toto Wolff auch schon einmal persönlich auf den Verdacht angesprochen habe.

Red Bull RB16 - Abu Dhabu Test - F1 -2020
Red Bull
Red Bull experimentierte zuletzt viel mit der Aufhängung des Heckflügels.

FIA zieht Daumenschrauben an

Der Druck von Mercedes hat nun auch die FIA in Zugzwang gebracht. Die Technik-Experten des Weltverbands wollen eingreifen, bevor das Treiben immer extremere Ausmaße annimmt. Am Dienstag schickte Technik-Chef Nicholas Tombazis ein Dokument an alle Teams, in dem verschärfte Belastungstests für die Heckflügel angekündigt wurden.

"Wir sind darauf aufmerksam geworden, dass einige Heckflügel-Designs zwar die Anforderungen der Artikel 3.9.3 und 3.9.4. erfüllen, aber trotzdem eine exzessive Verformung zeigen, während das Auto in Bewegung ist", schrieb der oberste Schiedsrichter. "Wir glauben, dass diese Verbiegung einen signifikanten Einfluss auf die Aerodynamik des Autos hat und deshalb als Verstoß gegen Artikel 3.8 zu werten ist."

Ab dem Grand Prix von Frankreich will man nun etwas genauer hinschauen und die Flügel neuartigen Verformungstests unterziehen: "Wir werden die Flügel auf ungewöhnliches Verhalten untersuchen. Vor allem werden wir es nicht tolerieren, wenn sich das Material auf eine Art verwindet, durch die der symmetrische Belastungstest umgangen wird. Sollten wir ein auffälliges Materialverhalten feststellen, das auf ein Ausnutzen dieser Grauzone hindeutet, werden wir wenn nötig noch weitere Tests durchführen."

Die FIA hat angekündigt mit den neuen Checks ab dem 15. Juni zu beginnen. Nach dem Türkei-Grand-Prix müssen die Teams also nachrüsten, um auf der sicheren Seite zu sein. Im ersten Monat, also bei den Rennen in Le Castellet und Spielberg, billigt der Weltverband den Teams aber noch eine Toleranz von 20 Prozent zu. Danach droht auch bei kleineren Verstößen die Disqualifikation.

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