Daniel Ricciardo - GP Österreich 2019 xpb

Flügel-Drama in Spielberg

Teures erstes Training

Das erste Training zum GP Österreich kam die Teams teuer zu stehen. Insgesamt neun Frontflügel gingen auf den aggressiven Randsteinen zu Bruch. Nicht alle sind reparabel. Wer den Flügel komplett verliert, kann 150.000 Euro abschreiben.

Wetten, dass dieses Thema noch bei FIA-Rennleiter Michael Masi auf dem Tisch landen wird. Viele Teams beklagen sich über die aggressiven Randsteine rund um den Red Bull-Ring. Im Fachjargon heißen die 10 Zentimeter hohen Stolpersteine „Sausage kerbs“.

Besagte Randsteine haben im ersten Training zum GP Österreich ein Massaker angerichtet. Insgesamt neun Frontflügel gingen zu Bruch. Hausherr Red Bull war gleich drei Mal betroffen. „Langsam wird es mit Ersatzteilen eng“, fürchtet Sportdirektor Helmut Marko.

Lewis Hamilton brachte zwei beschädigte Frontflügel zurück in die Mercedes-Garage. „Einer ist reparabel, den anderen müssen wir wahrscheinlich abschreiben“, erklärte ein Teamsprecher. Auch Ferrari war betroffen. Charles Leclerc stolperte über einen der Monster-Randsteine. Auf die Frage nach dem Zustand des Flügels meinte Teamchef Mattia Binotto mit einem Wort: „Borderline“. Die Ingenieure prüfen noch, ob das Teil zu retten ist.

Lewis Hamilton - GP Österreich 2019
Motorsport Images
Lewis Hamilton zerstörte gleich zwei Flügel. Einer ist allerdings reparabel.

150.000 Euro für einen Flügel

Den größten Schaden richtete Nico Hülkenberg an. Als er in Kurve 9 von der Strecke geriet, knackste er die linke Seite seines Frontflügels an. Auf dem Weg zurück auf die Strecke brach der Flügel beim Kontakt mit einer Bodenwelle komplett ab. Außerdem wurden noch Leitbleche und der Unterboden auf der linken Seite beschädigt.

Haas muss ebenfalls einen Flügel abschreiben. „Was glaubt ihr bei wem?“, fragte Teamchef Guenther Steiner provokativ. „Natürlich hat es unseren Pechvogel Grosjean getroffen.“ Zu den Flügelopfern zählte auch Lance Stroll. Der Kanadier blieb bei einem Ausrutscher in Kurve 4 an einem der befürchteten Randsteine hängen. Der Flügel ist allerdings reparabel. Das spart Geld. Ein komplett neuer Flügel kostet 150.000 Euro.

Helmut Marko stellt den Sinn der künstlichen Streckenbegrenzungen in Frage. „Die ruinieren dir das ganze Auto. Es gab schon beim GT-Rennen Probleme damit. Wozu sind sie überhaupt da? Es ist außen genug Platz da, und keiner hat einen Vorteil davon, wenn er durch einen Fehler rausrutscht.“ Racing Point-Teammanager Andy Stevenson kann dem Argument nicht folgen: „Die Fahrer sollen auf der Strecke fahren. In Monte Carlo steht da eine Mauer. Da beschwert sich auch keiner.“

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