Force India fordert McLaren

Schiefer Sutil-Flügel nervt Massa

Adrian Sutil GP Kanada 2013 Foto: xpb 33 Bilder

Force India festigt seinen fünften Platz in der Konstrukteurswertung. McLaren muss sich warm anziehen. Obwohl das Wochenende für Adrian Sutil und Paul die Resta nicht optimal verlief, hat Force India wieder sieben Punkte gesammelt. Der Rennstall ist ein Meister an Effizienz.

Dieses Team blamiert die Stars der Branche Woche für Woche. Force India operiert mit einem Budget von 80 Millionen Euro und ärgert sogar McLaren mit einem doppelten Budget. Nach Punkten führt Force India nach sieben Grand Prix mit 51:37. Vor fünf Jahren ging Force India noch mit null Punkten aus der Saison und war Schlusslicht.

Der Aufstieg kommt nicht von ungefähr. Eine gute Technikertruppe ohne große Namen, das richtige Setzen von Prioritäten und schlaue Entscheidungen am Kommandostand machen dieses Team so gut. Dazu kommen zwei Fahrer, die die Marschroute exakt umsetzen.

Warum soll Pirelli seine Reifen ändern?

Eigentlich wurde Force India in Montreal unter Wert geschlagen. Die Zocker in den Wettbüros rechneten sogar mit einem Sieg. Dass es nicht so weit kam, lag an unglücklichen Umständen. Paul di Resta war wie in Monte Carlo im Training zur falschen Zeit an der falschen Stelle. Der Schotte startete von Platz 17. Eine Stunde und 32 Minuten später war er Siebter.

Keiner konnte sich im Rennen mehr verbessern als er. Di Resta hat sich den Namen Reifenflüsterer verdient. Mit 57 Runden am Stück lieferte er für Pirelli einen Qualitätsbeweis ab. Sportdirektor Otmar Szafnauer spottete: "Wir hatten keinerlei Probleme mit einer Delaminierung. Warum soll Pirelli seine Reifen ändern? Wir haben gezeigt, dass alles in Ordnung ist."

Di Resta gewinnt zehn Plätze

Di Resta wechselte seine Reifen erst, als die hinteren Walzen rapide nachließen. Er musste danach nur noch 13 Runden auf den extraweichen Reifen überstehen. Adrian Sutil war schwieriger durch das Rennen zu dirigieren. Ein Dreher, eine Durchfahrtstrafe: Da war mehr als Platz 10 nicht drin.

Die Kollision mit Pastor Maldonado machte aus Sutils Force India ein anderes Rennauto. Danach hatte der Heckflügel links Schlagseite, Technikchef Andy Green gestand: "Wir haben 15 Prozent Abtrieb verloren. Das hat uns in den Kurven viel Zeit gekostet. Dafür waren wir auf der Geraden plötzlich superschnell."

Sutil lässt Massa verzweifeln

Felipe Massa hat es gemerkt: "Adrian hat mich in den Kurven aufgehalten. Aber auf der Geraden war er uneinholbar für mich. Der Heckflügel hing schräg nach unten und hat offenbar den Top-Speed verbessert." Green bestätigte: "Der krumme Flügel hat uns auf der Geraden geholfen. Auf der linken Seite ist eine Endplatte gebrochen."

Bei den Boxenstopps versuchte Force India Sutils Handikap zu kitten. Der Frontflügel-Flap wurde schrittweise flacher gestellt, damit der verbogene Heckflügel besser angeströmt wird. "Wir haben es nur zum Teil geschafft", ärgerte sich Szafnauer.

Am meisten amüsierte man sich im Team über einen abgehörten Funkspruch von Ferrari. "Da haben sie Massa erzählt, dass bei Adrian der Heckflügel schiefhängt, und er mit frischen Reifen leichtes Spiel haben würde, Dann hat es doch 61 Runden gedauert, bis Felipe endlich vorbei war."

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