Nico Hülkenberg - GP Brasilien 2016 xpb
Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Brasilien 2016 - Interlagos - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Brasilien 2016 - Interlagos - Rennen
Felipe Massa - Williams - GP Brasilien 2016 - Interlagos - Rennen
Grid Girls - GP Brasilien 2016 - Interlagos - Rennen 65 Bilder

Force India hängt Williams ab

Hülk und Perez verpassen Podest

Force India hatte in Brasilien das Podest in Greifweite. Man verpasste es zwar, reiste aber trotzdem mit einer dicken Punkteausbeute ab. Williams ist im Kampf um Platz 4 in der Team-WM ein Rennen vor Schluss schon um 27 Zähler abgehängt.

Es ist nur noch ein kleiner Schritt für Force India. Der vierte Platz in der Konstrukteurs-WM ist zum Greifen nah. Vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi hat der indisch-englische Rennstall 27 Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen Williams. Bei noch maximal 43 zu vergebenen pro Team. Dass Williams im Finalrennen einen Doppelsieg einfährt, ist aber so realistisch wie ein Regenrennen in Abu Dhabi.

Todesstoß für Williams

Es ist vielmehr wahrscheinlich, dass die weiß-blauen Rennwagen hinter Mercedes, Red Bull und Ferrari maximal um Rang 7 und 8 kämpfen. Dafür gibt es nicht genügend Zählbares, um Force India noch abzufangen. „Und sie müssten ja auch noch schneller als wir sein. Aber wir sind normalerweise stark in Abu Dhabi“, konstatiert Sportdirektor Otmar Szafnauer. Bei Force India ist man entspannt. „Unter normalen Umständen können sie uns den vierten Platz nicht mehr nehmen“, meint der US-Amerikaner.

Mit dem GP Brasilien hat Force India seinem Rivalen wohl den Todesstoß versetzt. Sergio Perez wurde Vierter, Nico Hülkenberg Siebter. Das brachte 18 Punkte, die gegen einen Nuller von Williams standen. Für Force India hätte es aber noch mehr sein können. Perez rutschte erst drei Umläufe vor Schluss vom Podest. Max Verstappen kassierte ihn wie zuvor zehn Kollegen eiskalt bei seiner Aufholjagd.

„Ich konnte nichts gegen ihn ausrichten“, berichtete der Mexikaner, nachdem er sein achtes Podium in der Königsklasse um nur 3,865 Sekunden verpasst hatte. Die Trauer war aber schnell verfolgen. „An einem Tag wie diesem die Ziellinie zu sehen, ist schon fast ein Sieg.“

Teamchef Robert Fernley lobte seinen Piloten. „Sergio hat klug gehandelt. Verstappen war erstens einfach zu schnell und zweitens wollten wir den vierten Platz nicht verlieren. Es war nicht der Moment etwas zu riskieren, was dich schnell vom Held zum großen Verlierer macht.“

Plattfuß verhindert Hülkenberg-Podest

Nico Hülkenberg fehlte einmal mehr das Glück, als ein Podest in Reichweite war. Auch in seinem 114. Rennen blieb er ohne den Genuss von Champagner. An vierter Position stoppte den Le Mans-Sieger von 2015 ein Plattfuß hinten rechts. Beim Restart nach der ersten Unterbrechung fing sich das Auto mit der Startnummer 27 ein Wrackteil von Kimi Räikkönens Ferrari ein.

Die Folge war ein Boxenstopp in der Safety Car-Phase, der Hülkenberg bis auf Platz 15 zurückspülte. Schon vor dem Rennabbruch hatten Trümmerteile des Ferrari den Frontflügel am Force India beschädigt. „Als Kimi vor mir abflog, war das ein ziemlich gruseliger Moment“, äußerte sich der WM-Neunte. Der kaputte Flügel konnte in der Unterbrechung getauscht werden.

Bei Force India war man sich sicher, dass der defekte Reifen Hülkenberg ein sicheres Podium kostete. „Nico war eine Sekunde schneller als Sergio. Er hätte viel mehr Vorsprung auf Verstappen herausgearbeitet, als der sich zum Schluss durch das Feld arbeitete“, sagt Szafnauer.

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