Force India im Niemandsland

Perez kritisiert Instabilität im Heck

Esteban Ocon - Force India - GP Bahrain 2017 - Qualifying Foto: xpb 44 Bilder

Das hatte sich Force India anders vorgestellt. Das neue Aero-Paket sollte drei Zehntel bringen. Stattdessen rangiert der WM-Vierte am Ende des Mittelfeldes. Die Fahrer schieben es auf Probleme mit dem Heck.

Im Mittelfeld der Formel 1 zählt jedes Zehntel. Force India erhoffte sich im Kampf gegen Williams, Toro Rosso, HaasF1 und Renault einen Sprung von drei Zehntel. Das Aerodynamik-Upgrade war ambitioniert. Leitbleche im Stile von Mercedes, Modifikationen am Unterboden und den Seitenkästen. Doch am Ende ging die Reise rückwärts. Esteban Ocon vermutete: „Das Upgrade hat etwas gebracht, aber die anderen haben sich einfach noch mehr verbessert.“

Das würde Sergio Perez nicht unterschreiben. „Wir müssen bei den Testfahrten nächste Woche bei einem Vergleichstest zwischen neu und alt herausfinden, was da nicht so funktioniert hat, wie es sollte.“ Technikchef Andy Green bedauerte: „An einem GP-Wochenende kannst du keinen echten Vergleichstest fahren. Du hast nicht die Reifen und nicht die Zeit. Wenn du es richtig machst, gehen drei Reifensätze dafür drauf. Einer mit der neuen Spezifikation, einer mit der alten und wieder einer mit der neuen.“

Perez ein Opfer von Sainz

Sergio Perez flog schon im Q1 aus der Qualifikation. Schuld war der Motorschaden von Carlos Sainz, der in Kurve 12 doppelt geschwenkte Flagge auslöste. Nach den Strafen von Shanghai wollte keiner mehr etwas riskieren. Perez war ein Opfer. „Ich hätte es ins Q2 geschafft, aber von dort nicht weiter. Die bestmögliche Platzierung wäre der elfte oder zwölfte Platz gewesen.“

Der Mexikaner beklagte eine Instabilität im Heck. „Das verfolgt uns schon seit den Testfahrten. Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir das langsamste Auto im Mittelfeld haben. Wir haben in den ersten beiden Rennen nur das meiste aus unseren Möglichkeiten gemacht.“ Ocon bestätigt das Problem mit dem Heck: „Das kostet uns in den Bremszonen und bei der Traktion Zeit.“ Der Franzose schaffte mit Platz 14 immerhin sein bestes Trainingsergebnis. Perez fürchtet, dass ihn im Rennen ähnliche Probleme erwarten: „Unsere Longruns am Freitag waren nicht prickelnd. Von Startplatz 18 aus wird das ein langer Abend.“

Das Problem mit dem Reifenfenster

Die Ingenieure stehen vor einem Rätsel. Die Probleme mit dem Abtrieb im Heck resultieren in zu niedrigen Reifentemperaturen. Der Zusammenhang ist aber nicht so einfach zu erklären, wie Andy Green veranschaulicht: „In den heißen Nachmittagsstunden sahen wir besser aus. Da haben uns die hohen Asphalttemperaturen ins Fenster geholfen. Am Abend war es zu kühl für uns. Wir sind nicht in das Fenster reingekommen. Dann beginnt das Auto zu rutschen, und es verliert seine Balance.“

Doch warum wurden die Probleme dann nicht im vergleichsweise bitterkalten Shanghai sichtbar? „Weil die erste Kurve einen langen Radius hat. Da walken die Reifen und heizen sich gut von innen auf. In Bahrain fehlt diese Kurven. Die Reifen kommen in den ersten drei Ecken kurz auf Temperatur und kühlen auf der nächsten Gerade wieder aus. Wenn die Fahrer herumrutschen, wird nur die Oberfläche heiß.“

Abtrieb würde natürlich helfen. Doch so einfach ist das Problem nicht. „Das Reifenfenster ist so eng geworden, das drei Grad rauf oder runter einen Riesen-Unterschied machen können. Wenn du mal drin bist, ist es einfach drin zu bleiben. Die Kunst ist es, die Reifen in der Aufwärmrunde dorthin zu bringen.“

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