Force India rüstet auf

Neue Fabrik, mehr Leute

Force India Truck - Formel 1 - 2018 Foto: xpb 33 Bilder

Für Force India bricht ein neues Zeitalter an. Das Team will bis 2021 zu den Top 3 aufschließen. Dazu wird eine neue Fabrik gebaut und die Mannschaft aufgestockt. Sergio Perez ist überzeugt: „Wenn es einer schafft, dann wir.“

Force India ist das effizienteste Team der Formel 1. Keiner macht aus so wenig so viel. Das Budget ist in den letzten elf Jahren nie über 100 Millionen Euro gestiegen. In dieser Saison hat der Rennstall aus Silverstone den kleinsten Etat aller Teilnehmer. Trotzdem wurde die Truppe in den letzten beiden Jahren WM-Vierter.

Zählt man die Punkte vor und nach der Sommerpause zusammen, wäre Force India auch in diesem Jahr wieder auf Platz 4 gelandet. „In der zweiten Saisonhälfte waren wir konstant das viertbeste Team“, lobt Sergio Perez, der 2019 seine sechste Saison für Force India abspulen wird.

Der neue Besitzer Lawrence Stroll ist wild entschlossen, in den nächsten drei Jahren die Lücke zu den Top 3 zu schließen. Dafür investiert der Kanadier ein kleines Vermögen in die Infrastruktur.

Force India lässt neue Fabrik bauen

Force India Fabrik - Formel 1 Foto: Force India
Die neue Force-India-Fabrik soll 80 Millionen Euro kosten.

Der Bau einer neuen Fabrik ist mittlerweile beschlossen. Bis Ende Oktober soll auch der Standort geklärt sein. Der Neubau soll rund 80 Millionen Euro kosten. Wenn alles nach Plan läuft, wird die Fabrik zum Saisonstart 2021 bezugsfertig sein. „Wir haben dann alle Mitarbeiter unter einem Dach“, freut sich Teamchef Otmar Szafnauer.

Im Augenblick sitzen 100 Ingenieure noch 10 Kilometer vom Stammsitz in Silverstone entfernt in einem Gebäude in Brackley, in dem der alte Windkanal untergebracht ist. Aerodynamiker, Modell-Designer, Modellbauer und CFD-Spezialisten sollen schon nächstes Jahr näher an die alte Fabrik heranrücken. In der Nähe des Simulator-Gebäudes entsteht ein provisorischer Bürokomplex, um das Team wieder zusammenzuführen.

Ob auch ein eigener Windkanal gebaut wird steht noch nicht fest. Das hängt davon ab, ob die FIA die Windkanalzeiten weiter reduziert. In diesem Fall werden die Aerodynamiker weiter bei Toyota in Köln ihre Testläufe durchführen. Force India wird allerdings genug Land kaufen, um notfalls Platz für einen Windkanal zu haben. Das wäre eine weitere Investition von 60 Millionen Euro.

Personal steigt von 410 auf 550 Mitarbeiter

Force India Fabrik - Formel 1 Foto: Force India
Bei Force India will man künftig die Top-Teams ärgern.

Stroll senior will auch die Mannschaft aufstocken. Von derzeit 410 auf 550 Mitarbeiter. „Wir wollen Schritt für Schritt wachsen, nur in den Bereichen Leute an Bord nehmen, in denen wir zu wenig haben“, erklärt Szafnauer. Im Moment produziert Force India 80 Prozent seiner Karbonteile und 40 Prozent der Metallteile selbst.

Das Chassis wird seit zwei Jahren mit einer Spezialtruppe von nur vier Leuten im Haus gebaut. Es war eine Lehre aus einem Winter, in dem wieder mal das Geld knapp war und der Chassis-Lieferant die Fertigung verzögerte. „Mit der neuen Fabrik werden wir auch unseren Maschinenpark vergrößern und mehr Metallkomponenten selbst bauen. Die Karbonabteilung ist davon nicht berührt“, verrät Szafnauer.

Sergio Perez ist überzeugt, dass er mit Force India auf das richtige Pferd gesetzt hat. „Trotz der knappen Finanzen waren wir drei Mal in Folge das viertbeste Team. Das hat am Anfang der Saison keiner für möglich gehalten. Da lagen wir in der Entwicklung noch weit zurück. Das Problem werden wir schon nächstes Jahr nicht mehr haben. Wir werden wesentlich besser vorbereitet in die neue Saison starten. Aber wir müssen auch den nächsten Schritt tun und die Lücke zu den Topteams schließen. Wenn das einer aus dem Mittelfeld kann, dann wir. Ich will Teil dieser Story sein. Wir haben aufregende Zeiten vor uns.“

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