Force India mit Aufhängungstrick

Setup-Wechsel in Minuten statt Stunden

Force India - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 4. Juni 2015 Foto: ams 33 Bilder

Vor dem GP England blicken alle Technik-Fans auf die neue B-Version des Force India mit der neuen, ungewöhnlichen Nase. Weniger Beachtung findet das neue Aufhängungskonzept, das bereits vor Wochen still und heimlich eingebaut wurde. Wir haben die Technik-Details.

Beim GP England soll alles besser werden. Dann endlich debütiert die B-Version des Force India VJM08. Das Team hat inzwischen sein Sponsorgeld aus Mexiko erhalten. Man liegt jetzt wieder im Budget. Das große Update wird fristgerecht in Silverstone debütieren. Schon bei den Testfahrten am Red Bull-Ring kam ein Teil der Modifikationen ans Auto. Die neue Nase samt Frontflügel und Leitblechen sorgte für viel Aufsehen. Für Spa ist schon das nächste Facelift geplant.

"Wir hinken wegen vorübergehender Probleme mit dem Cashflow mit der Entwicklung um 4 Monate hinterher", sagt Sportdirektor Otmar Szafnauer. "Das Auto, das in Melbourne am Start stand, sollte in Jerez testen. Das Auto von Silverstone war für den Saisonstart geplant. Dieses Jahr machen wir es umgekehrt zur Vergangenheit. Ein langsamer Start in die Saison und ein starkes Finale."

Hydraulikdämpfer im rechten Seitenkasten

Der Silverstone-Termin war kurz in Gefahr. Die kurze Nase fiel durch den ersten Crashtest. "Nur ganz knapp, aber das ist leider auch vorbei", bedauerte Technikchef Andy Green. Der zweite Schuss am Freitag vor dem GP Kanada saß.

Ein weiterer Fehlschlag hätte das Debüt der B-Version verzögert. Der zweite Anlauf für den Crashtest kostete eine Woche. Deshalb wurde die B-Version nicht wie geplant in vollem Umfang für den Test in Österreich fertig.

Zwei Änderungen hatte Force India vorweg genommen. Die neue Vorderachse und die hydromechanische Hinterradaufhängung debütierten bereits in Monte Carlo. Neue Radträger, Bremssättel und Bremsbelüftung erlauben eine bessere Umströmung der Vorderräder. Der Eingriff an der Hinterachse erlaubt schnellere Modifikationen an der Fahrwerksabstimmung. Was früher Stunden in Anspruch nahm, dauert jetzt nur noch Minuten.

Zum Beispiel die Einstellungen der Federvorspannung und der Bodenfreiheit. Die entsprechenden Elemente sind im Getriebegehäuse versteckt. Jetzt müssen die Ingenieure nur noch eine Hydraulikdämpfer im rechten Seitenkasten verstellen. "Das ist in fünf Minuten gemacht. So können wir auch während des Trainings das Setup neu tunen", sagt Green. In einem zweiten Schritt folgte auf dem gleichen Weg die Verstellung des hinteren Stabilisators.

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