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Das Force India-Rätsel

Ein anderes Auto im Rennen

Force India hat im Rennen die meisten Plätze gutgemacht. Nach großen Problemen mit den Reifentemperaturen im Training waren die Autos im Rennen wie verwandelt. Zum dritten Mal fuhren Sergio Perez und Esteban Ocon in die Punkte.

Force India ist wieder dort, wo das Team letztes Jahr die WM abgeschlossen hat. Nach drei Rennen rangiert der WM-Vierte von 2016 mit 17 Punkten auf Platz 4. „Dabei haben wir ein Auto, das im Moment nur das achtschnellste ist“, sagt Sergio Perez. So etwas nennt man Effizienz. Und Konstanz. Force India feierte in Bahrain zum 13. Mal in Folge WM-Punkte. Das kann in dem engen Mittelfeld zur Trumpfkarte werden.

Nach dem Training sah es eher nach einer Nullrunde aus. Esteban Ocon und Sergio Perez gingen von den Plätzen 14 und 18 ins Rennen. Nach 57 Runden landeten die beiden Force India-Piloten auf den Plätzen 10 und 7. Eine Verbesserung um 15 Positionen. Auch das ist Rekord. Force India ist neben Ferrari und Mercedes der einzige Rennstall, der beide Autos in allen drei Rennen in die Punkte gebracht hat.

Probleme mit Bodenfreiheit gelöst

Trotzdem waren die Fahrer und Ingenieure nach dem Rennen verwirrt. Wie kann ein Auto am Samstag und Sonntag so verschieden sein, wenn man zwischen Training und Rennen nur die Frontflügelanstellung und die Reifendrücke verändern darf? „Das Auto war wie verwandelt“, gab Perez zu. Der Trick: Plötzlich brachten die Fahrer die Reifen problemlos in das magische Temperaturfenster, das laut Technikchef Andy Green gefühlt um 30 Prozent kleiner ist als im letzten Jahr.

Dabei war der Renntag der kühlste Tag. Die Luft fiel im Vergleich zum Samstag um fünf Grad. Auf dem Asphalt betrug die Temperatur 35 Grad beim Start und 28 Grad zu Rennende. Am Samstag bewegte sie sich zwischen 30 und 32 Grad. Also eigentlich kontraproduktiv für Autos, die Mühe haben, die Reifen aufzuwärmen.

Andy Green stand vor einem Rätsel: „Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht, warum es so gut lief. Warum ein Auto an zwei Tagen so unterschiedlich reagieren kann. Vielleicht war es der Wind, vielleicht das höhere Gewicht durch Sprit im Tank.“ Auch Perez brachte den Wind ins Spiel, der am Sonntag auf der Zielgeraden auf Gegenwind drehte. „Er hat uns irgendwie geholfen.“

Ocon drei Mal auf Platz 10

Der Mexikaner führte auch technische Gründe ins Feld. „Wir hatten bis zur Qualifikation ein Problem mit der Bodenfreiheit hinten. Das hat uns Abtrieb gekostet und die Balance zerstört. Im Rennen passte die Fahrzeughöhe hinten.“ Dazu muss man wissen: Force India verwendet an der Hinterachse ein hydraulisches System, welches das Rollverhalten und die Bodenfreiheit kontrolliert. Im legalen Bereich.

Den Grundstein für die WM-Punkte legten Perez und Ocon in der Startrunde. Perez gewann fünf, Ocon vier Positionen. „Ich habe trotz Verkehr in der Anfangsphase die Reifen gut in Schuss gehalten, so dass ich den ersten Boxenstopp um zwei Runden rauszögern konnte. Er ist dann genau mit dem Safety Car zusammengefallen. Es kam für mich zur rechten Zeit“, freute sich Perez. Der Siebte des Endklassements sprang von Platz 12 auf Rang 9.

Ocon verfluchte das SafetyCar. Er hatte schon in der 11. Runde Reifen gewechselt. Zwei Runde vor der Neutralisation. „Mich hat das SafetyvCar drei Plätze gekostet.“ Nach dem Re-Start bauten die Force India-Piloten ihre Positionen aus. „Der Speed war viel besser als im Training“, resümierte Perez. „Nur Williams war für uns zu weit weg. Die anderen hatten wir im Griff.“ Auf den sechstplatzierten Felipe Massa fehlten 8,2 Sekunden.

Bahrain-Testfahrten als Hilfe

Auch beim zweiten Boxenstopp passte das Timing. Perez und Ocon kamen relativ spät zum Wechsel von Supersoft auf Soft. Und rückten weiter nach vorn. Ocon strahlte über den unerwarteten Punkt. Der Franzose kam in allen drei Rennen auf Platz 10 ins Ziel: „Es war mein Ziel, in jedem Rennen in die Punkte zu fahren. Bis jetzt bin ich im Plan.“

Für Perez war es ein lehrreiches Wochenende. „Die Sache mit dem Wind und der Bodenfreiheit sollte unseren Ingenieuren helfen, das Auto besser zu verstehen.“ Andy Green weiß, was an den beiden Testtagen von Bahrain zu tun ist. „Wir werden versuchen zu rekonstruieren, wie ein Auto so viele verschiedene Gesichter haben kann.“

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