FIA bestätigt Force India-Startrecht

Neuer Name für Force India-Team

Force India - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 23. August 2018 Foto: ams 34 Bilder

Force India ist gerettet. Das Team bekommt einen neuen Namen, verliert aber alle Punkte und beginnt in Spa bei Null. Dadurch kann Force India wenigstens einen Teil des Preisgelds behalten. Die neue Situation könnte schon beim nächsten Rennen in Monza die Fahrerpaarungen neu durchmischen.

Force India ist gerettet. Um 19:10 Uhr am Donnerstag vor dem GP Belgien bestätigte die FIA den Fortbestand des Teams unter neuem Namen. Der Rennstall tritt jetzt unter der Bewerbung von „Racing Point Force India“ an. Genau genommen wurde das alte Team mitten in der Saison aufgelöst und ein neues aus der Taufe gehoben. Mit den gleichen 405 Mitarbeitern, den gleichen Autos, aber ab Monza einer neuen Fahrerpaarung. Dann soll Lance Stroll neben Sergio Perez den zweiten Force India fahren.

Es war eine Konstellation wie es sie vorher noch nie in der Geschichte der Formel 1 gegeben hat. Das alte Team Force India verliert seine bisher erzielten 59 Punkte und wird aus der WM ausgeschlossen, weil es Artikel 8.2 des Sportgesetzes nicht genügen kann. Das verlangt die Teilnahme an allen Rennen. Racing Point Force India beginnt in Spa bei null Punkten. Sergio Perez und Esteban Ocon behalten selbstverständlich ihre persönlichen WM-Zähler. Für sie findet lediglich ein Teamwechsel statt.

Stroll hat nur den Inhalt, nicht die Hülle gekauft

Der Fortbestand des Teams hing auch von der Zustimmung der Konkurrenz ab, damit Racing Point Force India an der Preisgeldvergabe partizipieren kann und nicht wie ein komplett neues Team zwei Jahre auf die erste Ausschüttung warten muss. Die einzige Chance, den Rennstall überhaupt am Leben zu erhalten, war die Insolvenz. Bei einem normalen Verkauf des Teams hätten die Gläubiger-Banken in Indien sofort ihr Veto eingelegt oder so viel Geld gefordert, dass keiner die Transaktion hätte bezahlen können. Über den Umweg der Insolvenz waren die Kosten überschaubar. Fünf Kandidaten hatten beim Kauf mitgeboten. Die Entscheidung, wer den Zuschlag bekam, lag allein bei den Insolvenzverwaltern Geoff Rowley und Jason Baker.

Tatsächlich haben Lawrence Stroll und seine Geschäftsfreunde nur die Vermögenswerte des Rennstalls übernommen. Also Fabrik, Maschinenpark, Autos, Ersatzteile, die Mannschaft und die Rechte an der Ausschüttung der FOM-Gelder. „Der Transfer dieser Vermögenswerte ist mit der heutigen Entscheidung amtlich“, heißt es in dem FIA-Papier. Die Anteile bleiben dort, wo sie sind. Bei Vijay Mallya und dem Holländer Michiel Mol. Nur mit dieser Konstellation war es möglich, dass der Rennstall darauf hoffen durfte, auch weiter seinen Anteil an den TV-Rechten und Preisgeldern zu erhalten. Dafür brauchte er allerdings die Unterschriften aller Teams. Sonst hätte das Team wie ein Neueinsteiger bei Null beginnen müssen. Das wäre den neuen Chefs zu teuer gewesen.

Teams stimmen erneut über Force India ab

Force India - GP Belgien 2018 Foto: ams
Donnerstagfrüh wurde die gesamte Force India-Mannschaft in der Garage zu einer Besprechung zusammengerufen.

Der Versuch der Übertragung der Ausschüttungsrechte war In einem ersten Anlauf gescheitert. Renault, McLaren und Williams verweigerten aus unterschiedlichen Gründen ihre Unterschrift. Renault und McLaren hauptsächlich aus der Sorge heraus, Force India könnte nach dem Modell HaasF1/Ferrari das B-Team von Mercedes werden. Williams aus Existenzängsten. Die Rettung von Force India durch den Williams-Mäzen Stroll könnte der Untergang für den Traditionsrennstall sein.

Vor dem GP Belgien gab es einen zweiten Versuch, die Rettung endgültig zu vollziehen. Die FIA und Liberty haben den Kompromiss mit der Streichung der Punkte vorgeschlagen, der erneut den Teams zur Abstimmung vorgelegt wurde. Der wiederbelebte Rennstall muss nun bis zum Ende der Saison versuchen, wenigstens noch Williams, Sauber und Toro Rosso zu überholen. Der am Ende erzielte Platz bestimmt dann den Preisgeld-Anteil. Der fällt wegen der Streichung aller Punkte und der damit verbundenen schlechteren Platzierung natürlich geringer aus. Die Auszahlung der 33 Millionen Dollar aus der Säule 1 der Ausschüttungen bleibt dem Team aber erhalten.

Stroll bei Force India, Kubica bei Williams?

Formel-1-Chef Chase Carey und FIA-Präsident Jean Todt ist es damit offenbar gelungen, alle Unterschriften einzusammeln. Force India versicherte den Zweiflern, dass man nicht das B-Team von Mercedes nach dem Vorbild von Ferrari und HaasF1 werden wolle. Alle Angestellten behalten ihren Job.

Otmar Szafnauer, der vom Sportdirektor zum neuen Teamchef befördert wurde und Bob Fernley ersetzt, bedankte sich bei Carey, Todt und den Insolvenzverwaltern für die Rettung des Rennstalls. „Vor einigen Wochen stand die Zukunft des Teams in den Sternen. Jetzt liegt ein aufregendes Kapitel vor uns. Das Team hat den Rückhalt der Investorengruppe, die von Lawrence Stroll angeführt wird. Sie glauben an die Expertise und das Potenzial unseres Teams.“

Nach dem Abschluss der Transaktion könnten wir schon in Monza völlig neue Fahrerpaarungen sehen. Demnach wird Lance Stroll ab dem GP Italien neben Sergio Perez für Force India fahren. Seinen Platz bei Williams soll dann bis zum Ende der Saison Testfahrer Robert Kubica einnehmen.

Lawrence Stroll will seinen finanziellen Verpflichtungen bei Williams bis zum Jahresende nachkommen. Seinen Part könnte 2019 der russische Milliardär Dimitry Mazepin, Vater von Rennfahrer Nikita Mazepin, übernehmen, der bei Force India zu kurz gekommen ist und sich darüber öffentlich beklagt hat.

Damit würde Esteban Ocon zunächst einmal auf der Straße stehen. Doch auch für den Franzosen wird an einer Lösung gearbeitet. Er soll ab Monza neben Fernando Alonso für McLaren fahren – wenn McLaren es schafft, Stoffel Vandoorne mitten in der Saison auf die Straße zu setzen. Ocon könnte im nächsten Jahr der Teamkollege von Carlos Sainz werden.

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