Stunk bei Force India

Rabenschwarzer Tag für Perez

Ocon vs. Perez - GP Singapur 2018 Foto: sutton-images.com 62 Bilder

Bei Force India war Feuer unter dem Dach. Statt der erhofften 10 Punkte ging der WM-Siebte leer aus. Sergio Perez hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Erneut kam es zu einer Kollision mit seinem Teamkollegen Esteban Ocon. Und das war noch nicht alles.

So schnell kann das gehen. Am Samstag jubelte Force India über die Startplätze 7 und 9. Das große Aerodynamik-Upgrade hat gebracht, was der Windkanal versprochen hat. Einen Tag später hingen die Fahnen auf Halbmast. Esteban Ocon steckte nach 400 Metern in der Mauer. Und Sergio Perez landete nach zwei Remplern, einem zu frühen Boxenstopp und einer Durchfahrtstrafe nur auf Platz 16. „Wir haben zehn Punkte liegengelassen und McLaren sechs Zähler geschenkt. Statt auf sie aufzuholen, ist der Abstand größer geworden“, ärgerte sich Teamchef Otmar Szafnauer.

Technikchef Andy Green fluchte: „Ein echtes Desaster.“ Der Ärger richtete sich vor allem gegen Sergio Perez. Der Mexikaner hatte seinen Teamkollegen Esteban Ocon nach 400 Metern in die Wand gedrückt und sich damit entschuldigt, das andere Auto nicht gesehen zu haben. „Ich habe Esteban dort nicht erwartet.“

Die Aufnahmen der Bordkamera vermitteln einen anderen Eindruck. Trotzdem sprachen ihn die Sportkommissare frei. Für Szafnauer war klar: „Sergio hat Schuld. Er muss seinem Teamkollegen Platz lassen. Vor allem an einer Stelle, wo es keine Auslaufzonen gibt.“

Unnötiges Revanchefoul an Sirotkin

Esteban Ocon - GP Singapur 2018 Foto: sutton-images.com
Ocon strandete nach wenigen Metern.

Die Irrfahrt von Perez ging weiter. Statt Reifen zu schonen, gab der Mexikaner Gas und konnte bis zur 12. Runde sogar Anschluss an die sechs Top-Autos halten. Dann brachen die Reifen ein. „Wir wollten in Runde 20 reinkommen, mussten aber schon drei Runden früher an die Box“, verrät Szafnauer.

Green wirft dem Mexikaner schlechtes Reifenmanagement vor. „Da war etwas anderes ausgemacht.“ Der frühe Stopp warf Perez hinter den Williams von Sergey Sirotkin, der schon früh auf Soft-Reifen gewechselt hatte.

Perez stand 17 Runden lang hinter dem Williams an, begann ungeduldig zu werden, forderte grundlos Strafen für den Russen und schimpfte am Funk über die Strategie. Als er dann endlich in Runde 34 an seinem Gegner vorbei kam, zog er zu früh auf Sirotkins Spur. Das sah verdächtig nach Revanchefoul so, so als wollte der Force India-Pilot Sirotkin dafür bestrafen, dass er ihn rund 35 Sekunden Zeit gekostet hat.

Diesmal griffen die Sportkommissare hart durch und verpassten Perez eine Durchfahrtstrafe. Damit war der Traum von Punkten endgültig ausgeträumt. Hätte Perez seinen russischen Rivalen in Ruhe gelassen, wäre er wenigstens noch Zehnter geworden.

Team bestimmt jetzt die Reihenfolge

Esteban Ocon - GP Singapur 2018 Foto: Wilhelm
Es war nicht der erste Crash der beiden Force India-Piloten.

Im Team war man bedient. Für Force India war die Kollision unter Teamkollegen ein Déjà vu. Im letzten Jahr fuhren sich Perez und Ocon zwei Mal ins Auto. Nach dem Crash in Spa war Schluss mit lustig. Das Team zeigte seinen Fahrern die gelbe Karte und bestimmte, wer wann wen überholt.

Offenbar hat die Lektion nur ein Jahr lang gewirkt. „Wir haben sie wieder frei fahren lassen und dachten, sie hätten vom Vorjahr gelernt. Ohne den blöden Crash am Anfang wären wir gar nicht in die Situation gekommen, dass Checo hinter Sirotkin fällt.“

Andy Green fürchtet schon, dass sich jetzt die Emotionen wieder aufschaukeln könnten. „Das schlimmste wäre, wenn es ihm Ocon bei nächsten Rennen wieder zurückgibt.“ Szafnauer stellte klar: „Das wird nicht passieren. Ab sofort gelten die gleichen Regeln wie letztes Jahr nach Spa. Und wenn sie das nicht kapieren, werden wir sie schon im Training trennen. Dann badet halt einer eine Getriebestrafe aus.“

Dass sich Force India damit ins eigene Fleisch schneiden würde, glaubt der Teamchef nicht:„ Der Rennspeed war unglaublich. Das ist die einzige positive Erkenntnis von diesem Rennen. Auch wenn wir jetzt Punkte auf McLaren verloren haben. Mit diesem Auto können wir sie noch einholen.“

Neuester Kommentar

Herr Saufenauer, was ist die Motivation von Ocon in den nächsten Rennen speziell Rücksicht auf seinen Teamkollegen zu nehmen? Er kann ja eh nicht bleiben und so fährt er mit gutem Recht so als ob es irgendeiner ist.
Etwas das für Perez doppelt nicht gilt. Er bleibt im Team und hat mit den 2 Abschüssen sein Konto schon genügend belastet.

Teig 17. September 2018, 10:41 Uhr
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