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Force India verschafft sich Luft

Weckruf von Sauber hat gewirkt

Force India feierte beim Heimspiel in Indien sein bestes Rennen, seit Pirelli die 2012er Reifenkonstruktionen einsetzt. Dank der Plätze 8 und 9 vergrößerte Force India seinen Vorsprung auf Sauber von 17 auf 23 Punkte. Teamchef Vijay Mallya bestätigte: "Sauber hat uns aufgeweckt."

Der sechste Platz in der Konstrukteurs-Wertung ist heiß umkämpft. Hier geht es um viel Geld. Während Bernie Ecclestone im Mittelfeld pro besserem Rang drei Millionen Dollar mehr ausschüttet, beträgt der Sprung zwischen Platz 6 und 7 die Summe von sechs Millionen Dollar. Für Teams wie Sauber und Force India ein durchaus lukrativer Betrag.
 
Vor dem GP Indien hatte Sauber den Rückstand auf Force India von einst 58 Punkte auf 17 Zähler verkürzt. Bei Force India machte sich plötzlich Nervosität breit. "Sauber hat uns aufgeweckt", gab Teamchef Vijay Mallya zu.

Seine Ingenieure auch. Zum ersten Mal seit Einführung der 2012er Reifenkonstruktionen trafen Andy Green und seine Kollegen das Abstimmungsfenster. "Das war vorher riesengroß und für uns einfach zu treffen. Doch mit den neuen Reifen stimmt die ganze Aerodynamik nicht mehr. Wir haben mal links, mal rechts vorbeigezielt. Diesmal waren wir annähernd an einer Lösung, mit der unser Auto funktioniert", atmete Green auf.

Sutil streichelte die weichen Reifen

Die Force India präsentierten sich zwar noch nicht auf dem Stand der ersten Saisonhälfte, in der sie sogar McLaren herausgefordert haben. Doch an Sauber rückte man wieder näher heran. Auch, weil die Strategen des Teams zwei extreme Wege gingen und beide Piloten die Marschroute meisterhaft umgesetzt haben.

Adrian Sutil wurde mit harten Reifen ins Rennen geschickt. Er hatte den Auftrag mindestens 40 Runden mit dem ersten Satz zu fahren. Das war die Voraussetzung für ein Einstopprennen. Sutil hielt es 41 Runden auf den Medium-Reifen aus. Länger als jeder andere mit dem ersten Reifensatz.

Die große Aufgabe aber folgte noch. Der Gräfelfinger musste 19 Runden lang auf den weichen Reifen durchhalten. "Wir dachten vorher, dass die höchstens fünf Runden schaffen. Deshalb musste ich wirklich vorsichtig fahren", erklärte der Pilot.

Man sah es an den Rundenzeiten. Statt den Vorteil des weichen Gummis zu nutzen, bremste sich Sutil ein und fuhr zunächst nicht schneller als die Verfolger mit gebrauchten harten Reifen. Es zahlte sich aus. Daniel Ricciardo und Fernando Alonso hingen ihm zwar im Rückspiegel, kamen aber nicht vorbei.

Force India mit Doppelstrategie flexibler

Paul di Resta wurde mit der Vettel-Taktik ins Rennen geschickt. Force India praktizierte es aber noch extremer als Red Bull. Schon nach einer Runde wurde di Resta die Reifen wieder los. "Wenn du die weichen Reifen so schnell wie möglich loswerden willst, warum warten?", meinte der Schotte.

So fiel er zwar ans Ende des Feldes zurück, hatte aber eine Zeitlang freie Fahrt. Sportdirektor Otmar Szafnauer erklärt, warum Force India beide Karten spielte: "Auf dem Papier lag über eine Renndistanz nur eine Sekunde Unterschied zwischen den beiden Szenarien. Mit unserer Doppelstrategie waren wir in der Mitte des Rennens flexibler. Für den Fall eines Safety-Cars im Rennen hätte wenigstens einer unserer Fahrer profitiert."

Szafnauer sieht sein Team trotz des 23-Punkte-Vorsprungs auf Sauber nicht auf der sicheren Seite. "Wenn wir Sauber schlagen wollen, müssen wir auch bei den letzten drei Rennen so gut sein wie in Indien."

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