Force India verschenkt Punkte beim GP Kanada 2018

VJM11 fällt vom Wagenheber

Sergio Perez - Formel 1 - GP Kanada 2018 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

Das Trainingsergebnis versprach doppelte Punkte für Force India. Am Ende landete nur ein Auto in den Punkterängen. Und bei Esteban hätten es vier Zähler mehr sein können. Wie in Monte Carlo gab es ein Problem beim Boxenstopp.

Force India kämpft sich langsam zurück. Zu Beginn des Jahres lagen die Autos des WM-Vierten des Vorjahres noch am Ende des Mittelfeldes. Jetzt kämpfen sie mit Renault um die Vorherrschaft in der Formel B. Wie in Monte Carlo schafften es Esteban Ocon und Sergio Perez in die Top Ten der Startaufstellung. Von den Startplätzen 8 und 10 darf man mit doppelten Punkten rechnen. Zumal Ocon und Perez aus der Startrunde auf den Positionen 7 und 10 zurückkamen. „Ocon hatte nach dem Start die bessere Linie“, fluchte Nico Hülkenberg.

Doch am Ende schaffte es nur ein Force India in die Punkteränge. Für Perez endete ein Angriff auf Carlos Sainz in der Wiese der ersten Kurve. Bis sich der Mexikaner wieder in den Verkehr eingefädelt hatte, lag er auf Platz 14. Perez forderte am Funk, den Renault-Piloten mit der schwarzen Flagge an die Box zu holen. Nach dem Rennen war er vorsichtiger. „Ich muss mir erst einmal das Video anschauen. Wir lagen Seite an Seite, und ich bin der Meinung, ich hätte Carlos genug Platz gelassen. Trotzdem hat er mich rausgedrückt.“

Sergio Perez - Formel 1 - GP Kanada 2018 Foto: sutton-images.com
Perez trifft Sainz und dreht sich in die Auslaufzone.

Sportdirektor Otmar Szafnauer fühlte sich um Punkte betrogen: „Sainz gehört bestraft. Er hat Sergio abgedrängt und ihn um ein gutes Resultat gebracht.“ Teammanager Andy Stevenson sah es gelassener: „Die Sportkommissare lassen jetzt mehr durchgehen. Im Sinne der Rennen ist das gut. Es geht mal gegen, mal für dich.“ FIA-Rennleiter Charlie Whiting erklärte, dass keinem der beiden Fahrer eine eindeutige Schuld zugesprochen werden konnte. Stevenson darauf: „Perez hat den Kommissaren eine Frage gestellt, die sie nicht beantworten konnten: Was sollte er tun, um den Unfall zu vermeiden?“

56:28 für Renault im Kampf um Platz 4

Während für Perez das Rennen nach dem Zwischenfall gelaufen war, lag Ocon komfortabel auf Platz 7. Force India entschied sich für einen frühen Boxenstopp in Runde 11, um einem Undercut der Renault-Piloten vorzubeugen. „Wir konnten ihnen nicht wegfahren, also mussten wir handeln“, erklärte Stevenson. Der Schuss ging nach hinten los. Obwohl das Timing des Boxenstopps richtig war. Es gab wie in Monte Carlo ein Problem. Diesmal mit dem hinteren Wagenheber. „Er ist beim ersten Versuch nicht richtig in der Mulde unter der Rückleuchte eingerastet. Das Auto ist uns runtergerutscht. Der Mechaniker musste noch einmal ansetzen.“

Das Missgeschick kostete zwei Sekunden. So verlor Ocon gleich zwei Plätze gegen Hülkenberg und Sainz, die eine, respektive zwei Runden nach ihm ihren Reifenwechsel abspulten. Die Hoffnung auf das reifenschonendere Chassis des Force India erfüllte sich auch nicht. Ocon war nach seinem Boxenstopp auch noch hinter Romain Grosjean gefallen, der bis Runde 48 als Puffer zwischen den Renault und Ocon fuhr. Als Ocon endlich freie Bahn hatte und zu Sainz aufschloss, störten immer wieder die Überrundungen der schnelleren Fahrzeuge seine Überholpläne. „Ein Mal war ich dicht dran an Carlos, aber dann hat er die Schikane abgekürzt und wieder ein paar Meter gewonnen.“

Bei einem optimalen Rennverlauf hätte Force India 7 Punkte einstreichen können. „Dass es nur zwei wurden, ist eine Enttäuschung“, gab Szafnauer zu. Auch mit Blick auf den WM-Stand. Renault hat jetzt doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie Force India. Mit 56:28 Punkten wird die Verteidigung des 4. Platzes immer schwieriger. Auch weil Renault konstant auf allen Strecken punktet. Szafnauer versuchte das Positive zu sehen: „Wenigstens holen wir langsam auf McLaren auf.“

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