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Force India VJM11 für die F1-Saison 2018

Basismodell zum Teststart

Nikita Mazepin - Force India - Abu Dhabi - Test 1 - 28. November 2017 Foto: xpb 21 Bilder

Force India geht die Saison 2018 konservativ an. Bei den Testfahrten liegt der Fokus auf dem Sammeln von Daten und nicht auf der schnellen Steigerung der Leistung. Das aggressive Entwicklungsprogramm beginnt dann erst während der Saison.

14.02.2018 Tobias Grüner Kommentare

Normalerweise gilt in der Formel 1 die Gleichung: Geld = Erfolg. Doch Force India beweist jedes Jahr aufs Neue, dass man die Großen der Branche auch mit einem begrenzten Budget ärgern kann. 2017 wurde der kleine Rennstall aus Silverstone hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull Vierter in der Gesamtwertung. Das gleiche Kunststück hatte man schon eine Saison zuvor geschafft.

Doch trotz der ordentlichen Punkteausbeute lief im Vorjahr auch nicht alles nach Plan. Vor allem in der ersten Saisonhälfte stellte das Auto die Ingenieure immer wieder vor Rätsel. „Wir haben im ersten Teil viel Zeit mit Trial & Error verbracht“, erklärt Technikchef Andy Green. „Wir haben einfach Teile ans Auto geschraubt, um Daten zu sammeln. Und sie danach gleich wieder abgebaut.“

Nach Schätzung der Ingenieure wurden ein Drittel der Upgrade-Teile für die Mülltonne entwickelt. „Normalerweise werden 90 Prozent der Teile auch dauerhaft verwendet. Aber zu Beginn des Jahres waren wir so verloren. Da hatten wir keine andere Wahl.“

Force India-Basis für 2018 sollte passen

Otmar Szafnauer - Force India - 2017 Otmar Szafnauer von Force India „Der vierte Platz ist Pflicht“

Mit dem neuen Auto für 2018, das kurz vor dem Start des ersten Testtags in Barcelona enthüllt wird, soll das anders werden. In der zweiten Saisonhälfte 2017 konnten die Ingenieure deutliche Verbesserungen bei der Korrelation zwischen Windkanal und Rennstrecke erzielen. Die Trefferquote bei den Upgrades stieg spürbar an. „Wir haben einen extremen Aufwand betrieben, die Menge an Daten, die das Auto produziert hat, zu analysieren und dann wieder in den Design-Prozess einzubinden“, erinnert sich Green.

Weil das Reglement bis auf die Einführung des Halo-Cockpitschutzes relativ stabil bleibt, wurde das Vorgängermodell noch relativ lange weiterentwickelt. Erst im September verlegten die Techniker der Hauptfokus auf das 2018er Auto. Noch beim drittletzten Saisonrennen in Mexiko brachte Force India größere Technik-Upgrades an das Auslaufmodell.

Die Basis für 2018 sollte also stimmen. Die Aufgabe bei den Testfahrten lautet nun, das neue Auto möglichst schnell zu verstehen, um nicht wieder in die falsche Richtung zu entwickeln. „Durch den Halo ergeben sich hier ja relativ große Veränderungen. Wir werden zum Start in die Testfahrten deshalb erst einmal versuchen, auf den Stand unseres alten Autos zu kommen“, erklärt Green die Vorgehensweise.

„Das Auto wird etwas eleganter, aber optisch sehr ähnlich zum Vorjahr. Wir wollen Barcelona mit einem Auto verlassen, von dem wir wissen, dass es funktioniert und von dem wir wissen, wie es funktioniert. Es soll eine gute Basis sein, die wir dann beginnen können zu verändern. Die ersten großen Neuerungen kommen erst nach einer gewissen Zeit. Wir haben aber schon einige große Schritte geplant.“

Hohes Entwicklungstempo auch 2018

Andy Green - Force India - 2017 Force-India-Technikchef Andy Green "Noch nie so viele Updates wie 2017"

Trotz stabilem Regelwerk geht der Technikchef weiterhin von einer steilen Lernkurve aus. „Wenn man sich mal anschaut, wie weit die Teams vor uns weg gewesen sind – mindestens anderthalb Sekunden – dann liegen da noch einige Bereiche mit großem Potenzial verborgen. In diesen Bereichen müssen wir im kommenden Jahr Attacke machen.“

Die große Frage lautet nur, ob Force India über die gleichen finanziellen Ressourcen verfügt wie im Vorjahr. Dank dem neuen Hauptsponsor BWT konnten die Techniker deutlich mehr Teile produzieren als jemals zuvor. Green kündigt an, dass man dieses Entwicklungstempo beibehalten will.

„Wir planen mit den gleichen Zahlen wie im abgelaufenen Jahr. Die Arbeitsbelastung sollte hoffentlich nicht mehr so hoch sein, weil wir jetzt ein besseres Verständnis für das Auto haben. Auf der anderen Seite wird die Konkurrenz auch härter. Dieser Kampf könnte am Ende dazu führen, dass wir wieder so viele Updates bringen müssen.“

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Müssen nicht alle Teams sparen, weil die neuen Heuschrecken sich bisher hauptsächlich dadurch hervorgetan haben, dass sie die Umsätze der Formel 1 geschrumpft und gleichzeitig die Ausgaben für fragwürdigen Firlefanz erhöht haben?

Proesterchen 15. Februar 2018, 13:00 Uhr
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