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Force India VJM11 für die F1-Saison 2018

Ein Halo in Pink

02/2018, Force India VJM11. Foto: xpb 34 Bilder

Force India war das letzte Team, das sein neues Auto fertiggestellt hat. Der WM-Vierte hat sogar auf einen Stapellauf verzichtet. Äußerlich unterscheidet sich der neue VJM11 nur in Details von seinem Vorgänger. Chronisch knappe Kassen verzögerten die Entwicklung.

26.02.2018 Michael Schmidt

Das erste, was an diesem neuen Force India VJM11 ins Auge sticht ist der Halo. Er wurde in Pink lackiert, der Hausfarbe von Sponsor BWT. Dafür wurde beim Rest des Lackierung mehr Weiß in den rosa Grundanstrich eingestreut. Der Halo ist auch schuld, dass Force India auf gewisse Entwicklungen verzichten musste, die man eigentlich in Angriff nehmen wollte. Zum Beispiel die verkürzten Seitenkästen nach Ferrari-Vorbild. „Wir mussten wegen des Halo ein neues Chassis bauen. Damit war für so einen großen Umbau wie den der Seitenkästen keine Kapazität mehr vorhanden. Das ist ein Projekt für 2019“, bedauert Technikchef Andy Green.

Kapazität bedeutet auch Geld. Force India operiert wie im Vorjahr am Minimum dessen, was ein Formel 1-Team heute braucht. Und im Winter ist die Kasse immer klamm, weil die FOM zwei Monate lang kein Geld ausschüttet. Als einziges Team verzichtete Force India auf einen Probelauf vor den ersten Testfahrten. Das hätte 15 000 Pfund gekostet. Die sparte man sich lieber. Dafür dürfen an zwei der ersten vier Testtage die Ersatzfahrer Nikita Mazepin und Nicholas Latifi ans Lenkrad. Sie bezahlen fürs Fahren. Der WM-Vierte der letzten beiden Jahre ist auch mit der Entwicklung des ersten Aero-Upgrades spät dran. „Wir hoffen, dass wir in der zweiten Testwoche ein paar Teile fertig kriegen. Sonst müssen wir bis Melbourne warten“, verrät Sportdirektor Otmar Szafnauer. Die Flügel sind noch von Vorjahresmodell. Green versucht aus der Not eine Tugend zu machen: „Wir wollen erst einmal das Basismodell verstehen und darauf aufbauen.“

S-Schacht und Stegosaurus fehlen

Überhaupt erinnert der VJM stark an seinen Vorgänger. Natürlich hat er wieder die extrem tiefe Nase mit seinen typischen Nüstern zum Durchleiten der Luft. Auch der Katzenbuckel auf der Nase ist den Auto geblieben. Die Seitenkästen sind noch nach alter Machart. Allerdings mit verkleinerten Kühlöffnungen und einem schlankeren Heck. Ein S-Schacht fehlt genauso wie das Zackenmuster auf dem Kamm der Airbox, das die Force India-Techniker letztes Jahr aus der Taufe gehoben und Stegosaurus getauft haben.

Interessant ist die Vorderradaufhängung. Der hinter obere Querlenker ist so breit wie ein Flügel. Das neunfach gezackte Leitblech vor den Seitenkästen erhielt genauso eine neue Form wie der Bügelflügel über dem Kühleinlass. Der Spiegel ist mit zwei vertikalen Leitblechen auf den Seitenkästen verbunden. Die Airbox-Öffnung erinnert an den letztjährigen Mercedes. Eine großes ovales Loch, das in drei Kanäle unterteilt ist.

Ziel ist wieder der vierte Platz in der WM. Mehr geht mit einem Budget von 100 Millionen Euro und 405 Angestellten nicht zu erwarten. Dafür wird die Gegenwehr größer. Renault und McLaren blasen zum Angriff auf den Effizienz-Weltmeister aus Silverstone. Noch heißt das Team Force India. Szafnauer will aber den Namenswechsel noch vor Saisonbeginn bei der FIA und FOM beantragen. Dann muss die Formel 1-Kommision zustimmen. Force One wird das Team definitiv nicht heißen. „Das haben uns die Rechteinhaber wegen der Nähe zu dem F1-Logo verwehrt.“

Neuester Kommentar

Ich finde eine Budget-Angleichung durchaus wünschenswert. Diese wird allerdings auch nicht dazu führen, dass ein Team wie Force India mit ihren +- 100 Mio. auf Augenhöhe wirken kann. Der Deckel dürfte, sollte er denn überhaupt kommen, deutlich höher ausfallen.

wave_ 26. Februar 2018, 10:47 Uhr
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