Force India-Vorschlag an Pirelli

Jedes Team wählt eigene Reifen

Sergio Perez - Verbremser - GP Japan 2014 Foto: xpb 21 Bilder

Die harten Reifen beim Grand Prix von Russland sorgten für ein langweiliges Rennen. Force India hat einen Vorschlag gemacht, wie man wieder für mehr Action an der Gummi-Front sorgt. Und wie Teams mit geringerem Reifenverschleiß belohnt werden.

Nach dem Reifenchaos in der Saison 2013 ist es in diesem Jahr relativ ruhig um Pirelli geworden. Schlagzeilen schrieb der Gummilieferant nur, wenn die Reifensorten wie beim GP Russland zu hart ausgewählt waren und es wenig Strategie-Varianten gab. Pirelli verteidigte sich mit Sicherheitsbedenken auf der unbekannten Strecke.

Force India will Pirelli Reifen-Sorten selbst wählen

Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer hat für Pirelli einen ganz neuen Vorschlag, wie man den Reifenfaktor wieder stärker hervorheben könnte. "Warum lassen wir nicht jedes Team vor dem Rennen seine zwei Reifenoptionen selbst wählen? Wer ein Auto hat, das aggressiver zu den Reifen ist, wird eher zu den härteren Mischungen tendieren. Andere, die das Fahrzeugkonzept mehr auf Reifenschonen ausgelegt haben, wählt die weicheren Optionen."

Das würde zu unterschiedlichen Strategien führen. Und zu mehr Geschwindigkeitsunterschieden zwischen den Autos - sprich: mehr Überholaction: "Der eine fährt schneller, der andere länger. Hin und wieder wird einer im Vorfeld die falschen Reifentypen aussuchen. Das würde die Rennen spannend machen", wirbt Szafnauer für die Idee.

Pirelli warnt vor Gefahren

Doch bei Pirelli trifft der Vorschlag auf wenig Gegenliebe: "Erstens wäre es ein logistischer Albtraum, für jedes Team individuelle Reifen mitzubringen", wehrt Sportchef Paul Hembery ab. "Und dann besteht die Gefahr, dass sich einige Teams verspekulieren. Die Dummen sind am Ende wir. Wenn die Reifen ein Sicherheitsproblem darstellen, nimmt man uns in die Pflicht, und nicht das Team."

Hembery wundert sich, dass sich die Teams jetzt wieder mehr Risiko von Pirelli wünschen: "Im letzten Jahr wollten sie alle möglichst konservative Reifen. Wir stehen aber konstruktiven Vorschlägen nicht im Weg. Wenn uns die Strategiegruppe bittet, für mehr Boxenstopps zu sorgen, werden wir darüber nachdenken."

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