Formel 1 übertrifft Zielvorgabe

Neue Autos 5,5 Sekunden schneller

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Spanien - 13. Mai 2017 Foto: sutton-images.com 72 Bilder

Die neue Formel 1 hat ihre Zielvorgabe übertroffen. Der Plan war, dass die 2017er Autos auf einem Kurs wie Barcelona fünf Sekunden schneller sind als 2015. Tatsächlich liegt die Pole Position 5,5 Sekunden unter diesem Wert.

Auf den ersten Blick ist die Pole Position von Lewis Hamilton mit 1.19,149 Minuten eine Enttäuschung. Sie liegt nur um 2,851 Sekunden unter dem Vorjahreswert und um 0,806 Sekunden unter dem absoluten Pole Position-Rekord von Mark Webber aus dem Jahr 2010. Kritiker werden noch anmerken, dass Kimi Räikkönens schnellste Testrunde im Winter mit 1.18,634 Minuten um 0,515 Sekunden schneller war.

Doch das ist Äpfel mit Birnen verglichen. Räikkönen fuhr seine Runde auf den Ultrasoft-Reifen, die beim Grand Prix nicht zur Verfügung steht. Pirelli-Technikchef Mario Isola schätzt, dass nur zwei Monate nach den Wintertests auf der weichsten Gummimischung eine Zeit von 1.17,6 Minuten möglich gewesen wäre. Und das auf einer Strecke, die wahrscheinlich in einem schlechteren Zustand war als Anfang März. „Wir schätzen dass die Autos seitdem zwischen fünf und sieben Zehntel verbessert wurden“, meint Isola.

Topspeeds sanken um 15 km/h

Die Vorgabe an die Regelmacher lautete: Auf einer Strecke wie Barcelona müssen die Autos um 5 Sekunden schneller werden. Aber nicht im Vergleich zu 2016 sondern 2015. Damit ist nicht Hamiltons Vorjahresbestzeit von 1.22,000 Minuten der Maßstab, sondern Nico Rosbergs Pole Position von vor zwei Jahren. Und die stand bei 1.24,681 Minuten. Die Differenz zu heute beträgt also 5,532 Sekunden. Damit übertrifft die Formel 1 sogar ihren eigenen Anspruch.

Auch der Vergleich mit Mark Webbers bisherigem Rekord hinkt. Webber fuhr seine Bestzeit auf Bridgestone-Sohlen. Seit 2011 rüstet Pirelli die Formel 1 mit Reifen aus. Webbers Red Bull war mit einem Doppeldiffusor bestückt. Red Bull und Renault begannen gerade, die Seiten des Diffusors mit Auspuffgasen zu versiegeln. Das egalisiert einen Teil des Grips, den die aktuellen Autos dank der breiteren Abmessungen und der breiteren Reifen generieren. Anderseits haben die besten Motoren über 950 PS. Der V8 aus dem Jahr 2010 kam nur auf knapp über 750 PS.

Die DRS-Zone auf der Zielgeraden ist um 100 Meter länger geworden. Felipe Massa hatte beim Fahrer-Briefing den Vorschlag gemacht. „Damit du wenigstens ein Minimum an Überholchance hast. Es ist auch so noch schwer genug.“ Trotzdem sanken die Topspeeds im Vergleich zum Vorjahr dramatisch. Sebastian Vettel wurde am Ende der Zielgeraden mit 326,6 km/h gemessen. Im letzten Jahr lag der Trainingsrekord noch bei 341,5 km/h.

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