Lewis Hamilton dpa
GP Deutschland 2009
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Formel 1 am Nürburgring

Grüne stellen Rennen in Frage

Die wohl bald in Rheinland-Pfalz mitregierenden Grünen stellen die Formel 1 am Nürburgring in Frage. Die finanzielle Belastung für das Bundesland sei zu hoch, argumentieren Partei-Vertreter.

"Ich habe nichts gegen die Autorennen in der Eifel. Ich habe nur ein Problem, wenn Steuergeld dazu gebraucht wird, dass andere Millionen und Milliarden Euro an Gewinn einstreichen", sagte der grüne Landeschef Daniel Köbler (30) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. "In den Verhandlungen mit der SPD werden wir darauf hinarbeiten, die Subventionen am Ring in absehbarer Zukunft dauerhaft zu streichen."

Die alle zwei Jahre - auch im Sommer 2011 - an der legendären Rennstrecke ausgerichtete Formel 1 verschlingt jeweils rund 13 Millionen Euro an Steuergeld. "Wir können es vertreten, eine wirtschaftliche Perspektive für die strukturschwache Region zu schaffen. Wir wollen den Nürburgring nicht einfach dicht machen - da steckt ja schon viel Steuergeld drin. Aber wir können uns nicht mit so hohen Subventionen zum Spielball von Einzelnen machen", sagte Köbler mit Blick auf Formel-1-Chef Bernie Ecclestone.

Nürburgring kostet schon viel Geld

Nach ihrem Traumergebnis von 15,4 Prozent bei der Landtagswahl am 27. März wollen die Grünen zusammen mit der SDP regieren. In den laufenden Koalitionsverhandlungen spielt auch der Nürburgring eine wichtige Rolle. Die bisherige SPD-Landesregierung hatte dort einen riesigen Freizeitpark für offiziell 330 Millionen Euro bauen lassen, um die Formel-1-Verluste auszugleichen. Dabei platzte eine Privatfinanzierung spektakulär. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt, unter anderem gegen Ex-Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) und den Ringbetreiber Kai Richter.

"Alle Verträge und das Gesamtkonzept müssen überprüft werden", betonte Köbler, der auch Fraktionschef ist. Die Grünen hatten immer darauf gedrängt, dass mit den Skandalen am Ring Schluss sein müsse, und eine personelle Aufstockung der Staatsanwaltschaft Koblenz gefordert. Der private Finanzdeal war bereits 2009 gescheitert. Doch die Ermittlungen laufen immer noch.

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