Formel 1 braucht neues Aero-Konzept

Frontflügel ist schuld

Lotus - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 5. Juni 2015 Foto: ams 29 Bilder

In der Diskussion um die Formel 1-Autos der Zukunft zerbrechen sich derzeit die Konstrukteure den Kopf. Es geht nicht nur darum, die Autos schneller zu machen. Auch das Überholen soll leichter werden. Nach ersten Analysen trägt der Frontflügel zu dem Problem bei.

Die eine Frage ist: Wie werden die Autos 2017 um fünf bis sechs Sekunden schneller? Breitere Autos (2 Meter), breitere Reifen (42 Zentimeter), weniger Gewicht (50 kg), aktive Aufhängung und mehr aerodynamische Freiheiten sind die Antwort. Jetzt ist noch Feintuning gefragt. Gar nicht so einfach, denn die Autos sollen auch noch spektakulär ausschauen. "Und das Maßnahmen-Paket könnte 10 Millionen Euro extra kosten", fürchtet Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn.

Der zweite Themenkomplex dreht sich um das Thema überholen. In diesem Jahr scheint es wieder schwieriger geworden zu sein, anderen Autos hinterherzufahren. Auf manchen Strecken ist DRS fast wirkungslos. Der Angreifer verhungert in den Turbulenzen des Vordermannes. Schuld ist eine zu extreme Aerodynamik. Eines fällt auf: In dem Jahr, in dem es neue Aerodynamikregeln gibt, macht die Überholstatistik einen Sprung ins Positive. Kaum lässt man die Ingenieure an einem Konzept feilen, wird es wieder schlechter.

Mehr Abtrieb über den Unterboden

Wenn man jetzt aber einen Schritt in die falsche Richtung macht, wird es noch schlimmer. Das Problem kommt vom Frontflügel. Moderne Formel 1-Autos sind zu abhängig von dem, was auf den ersten Metern des Autos passiert. "Wird der Flügel nicht optimal angeströmt, stimmt auch der Rest des Autos nicht. Du hast dann überall zu wenig Abtrieb", wirft McLaren-Teamchef Eric Boullier ein.

Das hinterherfahrende Auto beginnt zu untersteuern, die Vorderrädern sind zu stark eingeschlagen und damit wird die Strömung nach hinten negativ beeinflusst. Es ist ein Teufelskreis, der dem Verteidiger alle Karten in die Hand spielt. Um das zu verhindern, braucht man die Sequenz: Langsame Kurve, lange Gerade, langsame Kurve. Doch dann sehen alle Strecken gleich aus. Das ist auch langweilig.

Die Ingenieure plädieren für mehr Abtrieb, der über den Unterboden generiert wird. Vielleicht sind die aktuellen IndyCars die Lösung. Dort beginnt der Diffusor bereits ab der Mitte des Autos mit zwei flachen Kanälen bis ins Heck. Der Diffusor selbst steigt über die gesamte Fläche moderat an. Das verhindert Strömungsabriss und ist auch weniger anfällig, wenn ein vorausfahrendes Auto die Anströmung stört. Das beste Beispiel, wie es funktionieren kann, zeigen die letzten 15 Runden des Indy 500. Faszinierende Zweikämpfe, mit der Nase im Getriebe des Vordermannes, und jede Menge Überholmanöver ohne künstliche Hilfen wie DRS.

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