Formel-1-Geschäft lahmt - "Verkauf deutlich zurückgegangen"

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Das Interesse an der Formel 1 steht und fällt in Deutschland mit Michael Schumacher. Kaum kommt der Rekordweltmeister nicht richtig auf Touren, lahmt das Geschäft in der "Königsklasse" des Motorsports.

Halb leere Tribünen im Training, nur noch eine Hand voll Promis und ein schwächelnder Absatz von Fan- Artikeln sind deutliche Indizien für ein Ende des jahrelangen Booms. "Der Verkauf ist insgesamt deutlich zurückgegangen", sagte Andrew Lotherington von einem offiziellen Merchandising-Stand.

Das Geld sitzt bei den Fans nicht mehr so locker. Finanzielle Sorgen plagen auch die Hockenheimring GmbH als Betreiberin einer der beiden deutschen Formel 1-Strecken. Bis zum 1. August braucht die Gesellschaft eine Bürgschaft in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Das rief sogar die Landesregierung auf den Plan. Der Mannheimer Unternehmer Manfred Fuchs soll auf Vorschlag von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nach Gesprächen mit allen Beteiligten eine Empfehlung für die Zukunft des Hockenheimrings abgeben. "Klar ist, dass die Gesellschaft gute Partner braucht", sagte Geschäftsführer Georg Seiler am Sonntag (24.7.). Meldungen, wonach der GmbH bis 2008 20 bis 25 Millionen Euro fehlen sollen, wies er zurück.

Hockenheim kann ohne F1 leben - fast

Seiler nahm die Unternehmer aus der Region in die Pflicht. Rund 20.000 Arbeitsplätze würden durch ein Grand-Prix-Wochenende gesichert, die Kaufkraft soll 40 Millionen Euro betragen. "Es ist eine Plattform für die Region und das Land", unterstrich er. Um die Zukunft des Hockenheimrings macht sich der Geschäftsführer keine Sorgen, da der Vertrag mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bis 2008 läuft. Mit weiteren Optionen, wie Seiler betonte. "Wir brauchen die Formel 1 als Imageträger", sagte Oberbürgermeister Dieter Gummer. "Die Strecke könnte auch ohne die Formel 1 leben, müsste aber natürlich abspecken", pflichtete GmbH-Sprecher Hartmut Tesseraux bei.

Formel 1 in Deutschland ohne Schumacher? Am Hockenheimring wurde deutlich, dass der 36-jährige Kerpener mit Abstand die meisten Fans an die Piste lockt. Bei einer Autogrammstunde warteten seine in rot gekleideten Anhänger bis zu vier Stunden. "Für uns zählt nur Schumacher - Michael Schumacher", betonte ein Fan aus Landshut. "Was danach kommt, ist uns egal:" Allerdings ging im Vergleich zum Vorjahr auch der Verkauf von Ferrari-Artikeln bereits zurück.

Die Einschaltquoten bei den bisherigen Saisonrennen sanken ebenfalls. "Fakt ist, dass Michael Schumacher ein Motor ist", sagte RTL-Pressesprecher Matthias Bolhöfer. Waren es 2001 10,4 Millionen Zuschauer im Schnitt, verfolgen in diesem Jahr durchschnittlich 8,11 Millionen Fans die Rennen bei RTL. "Wir bewegen uns aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Deswegen sehen wir das sehr gelassen", betonte Bolhöfer.

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