Formel 1-Gipfeltreffen

Heute entscheidet sich Schicksal der Formel 1

Luca di Montezemolo Foto: dpa

Am Mittwoch (10.12.) entscheidet sich das Schicksal der Formel 1. Zwei Tage bevor der FIA-Weltrat die Formel 1-Regeln der Zukunft absegnen wird, treffen sich ab 14:30 Uhr in Monte Carlo die neun Teamchefs der Formel 1 mit FIA-Präsident Max Mosley.

Die Teams unter dem Vorsitz von Ferrari-Präsident di Montezemolo legen Mosley Vorschläge auf den Tisch, wie man die Finanzkrise bewältigen könne. Bis auf zwei Ausnahmen sind sich die Teams in ihrem Sparprogramm einig. Mosley sieht sich mit einer neuen Situation konfrontiert. Bislang konnte er immer damit rechnen, die Teams auseinander zu dividieren.

Beide Parteien sind sich einig, dass in Zukunft drastisch gespart werden muss. Doch über die Maßnahmen gehen die Meinungen weit auseinander. Während Mosley Einheitsmotoren, standardisierte Komponenten und Entwicklungsstopps ins Spiel bringt, wollen die Teams weiter technischen Wettbewerb, wenn auch in einem stark eingeschränkten Rahmen. Mosley hat bereits angedroht, dass er dem FIA-Weltrat seine eigenen Ideen schmackhaft machen wird, sollten ihm die Vorschläge der Teams nicht weit genug gehen.

"Heute entscheidet sich unser Schicksal. Entweder es gibt Krieg oder Frieden."

Ein Beobachter bezeichnet das heutige Treffen als das wichtigste der Formel 1-Geschichte. "Heute entscheidet sich unser Schicksal. Entweder es gibt Krieg oder Frieden." Die Teams und die Automobilhersteller wollen die Laufzeit der aktuellen Motoren auf vier GP-Wochenenden ausdehnen, die Drehzahl von 19.000 auf 18.000/min zurücknehmen, aber in diesem Rahmen eine kleine Entwicklung zulassen. Sie plädieren für ein Testverbot ab dem Saisonstart. Sie haben sich auf eingeschränkte Nutzung von Windkanalstunden pro Woche (nur noch eine Schicht statt drei, maximal ein Windkanal pro Team) und eine Reduzierung der Computerkapaziäteten (20 Terra-Flops) verständigt.

Maximal 250 Mitarbeiter pro Team

Mittelfristig soll die Personalstärke der Teams auf 250 Mitarbeiter heruntergefahren werden. Der Motor der Zukunft soll ab 2013 ein V6-Turbo sein. Hier werden sie auf den Widerstand von Mosley treffen. Der Engländer favorisiert einen Vierzylinder-Turbo. Als Grund vermuten die Hersteller, dass Cosworth so ein Triebwerk bereits in der Schublade hat. Cosworth ist Mosleys neuer Liebling. Die Motorenschmiede aus Northampton gewann die Ausschreibung für den Einheitsmotor.

Es gibt aber auch noch weiteres Konfliktpotenzial, und daran könnte die Formel 1 vielleicht zerbrechen. Die Teams wollen weiterhin Wettbewerb auf allen Ebenen, wenn auch in stark eingeschränktem Rahmen. Montezemolo hatte immer wieder betont, dass technischer Wettbewerb eine der Attraktionen des Motorsports sei. Bei zwei Themen gehen auch innerhalb der FOTA die Meinungen auseinander: Hybridantrieb und Kundenautos.

Genau dort wird Mosley ansetzen, die Einigkeit der Teams aufzubrechen. Bis auf BMW plädieren alle für eine Verschiebung von KERS auf 2010. Mosley ist strikt dagegen. Der Hybridantrieb ist sein Baby. Bis auf Williams sind alle Teams für den Einsatz von Kundenautos. Nur so könne man unter dem  zunehmenden Kostendruck neue Teams in die Formel 1 locken. In dieser Frage hat sich Mosleya bereits einen Verbündeten gesucht. Um Williams auf seine Seite zu ziehen, vergab die FIA den Bau der neuen Formel 2-Autos an Williams. Wohlwissend, dass Williams zur Zeit jede Einnahmequelle dringend braucht. Die beiden Parteien sind sich also im Notfall einen Gefallen schuldig.

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