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GP China 2010
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Formel 1: Interview mit HRT-Teamchef Colin Kolles

Auf der Suche nach einem neuen Partner

In Malaysia brachte HRT zum ersten Mal beide Autos ins Ziel. Im exklusiven Interview mit auto-motor-und-sport.de sprach Teamchef Colin Kolles über das Problem mit der Zuverlässigkeit , einen neuen Freitagsfahrer und über die Kritik an Chassis-Hersteller Dallara.

In Malaysia sind Sie mit beiden Autos ins Ziel gekommen. War das schon ein kleiner Sieg?
Kolles: Ich spreche nicht von Siegen, weil ein Sieg ein Sieg ist. Es ist Standard, dass ein Auto zuverlässig ist. Unser Auto war nicht zuverlässig. Wir haben es jetzt geschafft mit zwei Fahrzeugen ins Ziel zu kommen, was aber nicht heißt, dass wir das nun immer schaffen werden. Es kann ja immer wieder etwas passieren. Aber zumindest haben wir gezeigt, dass das Auto fähig ist, ins Ziel zu kommen und eine volle Renndistanz zu fahren. Das ist sehr wichtig, weil wir keine Testfahrten hatten und im Rennen neue Erkenntnisse gewinnen.

Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie noch am meisten zu kämpfen?
Kolles: Die Schwierigkeit ist nach wie vor die Zuverlässigkeit und die Performance. Die kritischen Punkte sind die Hydraulik und das Benzinsystem.
 
Wie kann man das verbessern?
Kolles: Wir haben in Malaysia schon neue Sachen gehabt und hier in China haben wir auch wieder Verbesserungen. Das sind viele mechanische Kleinigkeiten. Das fängt beim Tank und neuen Leitungen für die Hydraulik an und geht bis hin zu neuen Stoßdämpfern. In mechanischer Hinsicht versucht man das Auto einfach weiter zu verbessern. Man ändert den Auspuff, weil man sieht, dass es einen Riss gibt. Oder man hat neue Kupplungen, weil man gemerkt hat, dass es ein Problem gibt. Das sind viele neue Sachen, die das Auto vom mechanischen her verbessern.
 
Gibt es bei Ihnen dann auch wie bei den größeren Teams eine Abteilung für Qualitätssicherung?

Kolles: Wir haben eine kleine Abteilung. Die wird aber täglich größer, weil Qualitätssicherung ein ganz wichtiges Thema ist. Es ist ja nicht nur die Qualitätssicherung, sondern es geht auch um die Sicherheit.
 
In letzter Zeit stand oft Dallara in der Kritik. Gibt es konkret Pläne in diesem Bereich etwas eigenes zu schaffen?
Kolles: Diese Pläne haben nichts mit der Kritik an Dallara zu tun. Das sind zwei verschiedene Sachen. Es gibt Kritik, die aus meiner Sicht, nachdem ich mit den Beteiligten gesprochen habe, vielleicht missinterpretiert und falsch zitiert wurde. Das ist Punkt Nummer eins. Und Punkt Nummer zwei ist, wie das Team in Zukunft arbeiten wird. Es war von vorneherein klar, dass der Vertrag mit Dallara beendet ist. Der war ab dem Tag beendet, an dem wir unsere Fahrzeuge eingesetzt haben. Dass wir uns vielleicht überlegen, mit Dallara weiterzuarbeiten ist nur eine von drei oder vier Optionen. Wir haben momentan keinen Vertragspartner.
 
Sie haben angekündigt, einen neuen erfahreneren Freitagsfahrer einsetzen zu wollen. Gibt es da eine Neuigkeit?
Kolles: Wenn wir etwas zu verkünden haben, dann werden wir das auch verkünden. Ich denke, dass in nächster Zeit etwas von uns bekannt gegeben wird. Der Grund dafür ist, den Fahrern eine Hilfestellung zu geben. Wir haben zwei Rookie-Fahrer. Die bewegen sich ungefähr auf gleichem Niveau. Da kann keiner vom anderen etwas abschauen. Wir müssen nur wissen wo wir stehen. Deshalb gibt es das Bestreben von Zeit zu Zeit erfahrenere Piloten einzusetzen.
 

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