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Formel 1-Ingenieure auf dem Markt

Wo landen Geoff Willis und Jörg Zander?

Geoff Willis Foto: Red Bull 16 Bilder

Red Bull hat sich vor dem GP Deutschland von seinem technischen Direktor Geoff Willis getrennt. Bereits zwei Wochen zuvor hat sein Gegenpart bei Brawn GP, Jörg Zander, seinen Dienst quittiert. Beide sind für die Konkurrenz höchst interessant.

13.07.2009 Michael Schmidt

Seit Anfang Juli sind zwei Hochkaräter unter den Formel 1-Ingenieuren auf dem Markt. Geoff Willis, der bei Red Bull das Technikbüro leitete, erfuhr am Mittwoch (8.7.) vor dem Nürburgring, dass er seinen Schreibtisch räumen muss.

Newey-Ehrgeiz kontra Willis-Ordnung

Es gab Zoff mit Adrian Newey. Der hatte seinen Kollegen immer mehr Managementaufgaben in der Fabrik aufgeladen. Willis aber ist Ingenieur mit Leib und Seele. Die Zusammenarbeit mit Newey gestaltete sich schwierig, weil die von Willis mühsam in Ordnung gebrachten Arbeitsprozesse durch Neweys ehrgeizigen Entwicklungsfahrplan immer wieder auf den Kopf gestellt wurden.

Die in Silverstone präsentierte B-Version wurde in einem Crashkurs durchgepaukt. Bevor die Missstimmungen auf die Mannschaft übergreifen konnten und Willis total frustriert nur noch halbherzig seinen Job erledigt, zog die Teamleitung die Reißleine. "Mit Blick auf die Kostenbremse im nächsten Jahr müssen wir ohnehin Ingenieure abbauen. Wir haben ein bisschen zu viele Häuptlinge an Bord", urteilte Teamchef Christian Horner.

Beide Ingenieure bis nach der Saison gebunden

Jörg Zander verließ Brawn GP wegen Differenzen mit Ross Brawn. Die beiden wurden sich nicht einig über die technische Entwicklungsrichtung. Zander verließ daraufhin auf eigenen Wunsch das Technikbüro. Der Deutsche darf aber frühestens im Januar 2010 das Team wechseln. Red Bull will Willis nur bis Dezember blockieren. "Wir wollten ihm früh reinen Wein einschenken, damit er sich für 2010 ein neues Team suchen kann", hieß es aus dem Red Bull-Lager.

Auch wenn die Teams Arbeitsplätze abbauen müssen, sind Ingenieure mit dem Fachwissen von Zander und Willis gefragt. Und wenn es nur die drei neuen Formel 1-Teams sind, die händeringend Ingenieure mit Formel 1-Erfahrung suchen. Dallara, die für Campos die Autos bauen, heuerte Ex-Minardi Techniker Gabriele Tredozi und den früheren Jaguar-Aerodynamiker Ben Agathangelou an. Manor-Technikdirektor Nick Wirth verpflichtete Ingenieur Christian Silk, den er aus alten Benetton-Tagen kennt.

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