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Die Formel 1 diskutiert über KERS

KERS für eine Million Euro

Die Frage, ob in der Saison 2011 wieder mit KERS an Bord gefahren wird, ist noch nicht geklärt. Die FIA will es, einige Teams dagegen sind skeptisch. Die Technikchefs haben bei ihrer Besprechung in dieser Woche die möglichen Kosten diskutiert. Ferrari und Renault können für eine Million Euro liefern.

Die Frage KERS entzweit die Formel 1. Der Weltverband wünscht sich, dass der Hybridantrieb 2011 in die Formel 1 zurückkehrt. 2013 soll KERS Teil des neuen Motorenformats und einer Verbrauchsformel sein, doch die FIA will nicht solange warten. Sie fürchtet, in eine politische Diskussion zu geraten, wenn die Formel 1 in der Überbrückungsphase bis 2013 nicht wenigstens den Anschein erweckt, in umweltfreundliche Technologien zu investieren.

Mit KERS entstehen wieder höhere Kosten

Die Teams sind gespalten. Es gibt Befürworter wie Ferrari oder Renault, und es gibt warnende Stimmen aus den Reihen der kleinen Teams, aber auch von Mercedes. Ein gewichtiges Argument sind die Kosten in einer Zeit, in der Geld knapp ist und sich die Formel 1 zum Sparen verpflichtet hat. Die kritischen Vertreter argumentieren so: Wenn ab 2011 wieder mit KERS gefahren wird, fallen zwei Mal Entwicklungskosten an. Einmal zur Auffrischung der 2009er Systeme und den damit notwendigen Umbau der Autos, und dann noch einmal beim Aufbau des neuen Motorenkonzepts ab 2013. Der Hybridantrieb des Vorjahres habe außerdem nichts mit Spritsparen oder grüner Technologie zu tun. Er war ein reines Element, um mehr Power zu generieren.
 
Die Technikchefs haben am Mittwoch dieser Woche bei einer Sitzung die Frage diskutiert, was der Einsatz der 2009er Systeme kosten würde. Ferrari und Renault stellten eine Summe von einer Million Euro pro Team in Aussicht. Ferrari könnte für diesen Preis ihre Kunden Sauber und ToroRosso beliefern, Renault wäre sogar bereit, das ganze Feld auszurüsten. Mercedes-Sportchef Norbert Haug zweifelt, ob dieser Preis auch tatsächlich zu halten ist.

Williams und Mercedes GP hätten einen Vorteil

Die Sache hat nämlich einen Haken. Williams plant bei einem Comeback von KERS seine Eigenentwicklung voranzutreiben, die auf der Schwungradtechnik basiert, die beim 24 Stunden-Rennen am Nürburgring in einem Porsche 911 GT3 Hybrid zum Einsatz kommt. Mercedes hatte bereits 2009 einen Technikvorteil mit seinem System. Das stünde ab 2011 theoretisch dann nicht nur dem Werksteam, sondern auch den Kunden McLaren und Force India zur Verfügung.
 
Sobald die anderen Teams das Gefühl bekommen, dass die Mercedes-Armada und vielleicht auch Williams Wettbewerbsvorteile haben, beginnt wieder das große Wettrüsten. "Und dann kostet es eher drei statt eine Million", fürchtet Haug. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Feld noch mehr in eine Zweiklassengesellschaft auseinanderfällt.

Welche Reifen werden 2011 gefahren?

Die Frage, ob KERS im nächsten Jahr ein Comeback feiert oder nicht, wird zum großen Streitthema der nächsten Wochen werden. Die Diskussion wird vermutlich hitziger geführt als die über die Reifen. Da läuft alles auf die Frage hinaus: Michelin, Avon oder Pirelli? Eines scheint bereits entschieden: Egal, welcher Reifenhersteller kommt, es bleibt bei 13 Zoll-Felgen. Eine Änderung auf 18 Zoll, wie von Michelin gewünscht, würde die Kosten nur noch weiter nach oben treiben. Wenn der Reifen weniger federt, müssten die Ingenieure die Fahrwerke und damit die Aerodynamik ihrer Autos komplett revidieren.

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