Formel 1-Punktesysteme im Vergleich

Kein Weltmeister nach Medaillen

Bernie Ecclestone Foto: xpb 62 Bilder

Das neue Punktesystem hat nichts gebracht. Nur drei Positionen hätten sich beim alten Format verschoben. Weltmeister wäre in beiden Fällen Sebastian Vettel. Mit Bernie Ecclestones Medaillensystem hätte es gar keinen Champion gegeben - zumindest keinen nach Medaillen.

Das spannendste WM-Finale aller Zeit ist Anlass genug, das neue Punktesystem unter die Lupe zu nehmen. Zwei Monate vor Saisonbeginn hatte die FIA die Zählweise noch einmal kurzfristig verändert. Auf den ersten Blick hat es dafür gesorgt, dass im letzten Rennen in Abu Dhabi vier Fahrer um die WM-Krone kämpften. Doch wäre das beim alten Punkteschema anders gewesen?

Mitnichten. Mit dem 2009er Format 10-8-6-5-4-3-2-1 hätte der WM-Stand vor Abu Dhabi wie folgt gelautet: Alonso 99, Webber 96, Vettel 94, Hamilton 92. Und danach? Vettel wäre mit 104 Punkten auch nach der alten Zählweise Weltmeister geworden. Vor Alonso mit 101, Hamilton mit 100 und Webber mit 97 Zählern.

Hamilton und Webber tauschen Plätze

Lewis Hamilton und Mark Webber haben also mit dem neuen System die Plätze getauscht. Im hinteren Feld ändert sich mit zwei Ausnahmen gar nichts. Felipe Massa, Nico Rosberg und Robert Kubica sind jetzt durch acht Punkte getrennt, vor einem Jahr wären es fünf Zähler gewesen. Dafür hätte Pedro de la Rosa wegen seines siebten Platzes in Ungarn Sebastien Buemi überholt. Petrov zieht an Kobayashi vorbei, weil der Russe mit seinem fünften Platz in Ungarn bei Punktegleichstand das bessere Resultat hat. Und Jaime Alguarsuari wäre gänzlich leer ausgegangen.

Ewige Statistik durch Punkteflut verzerrt

Der Schaden, den das neue Punktesystem in der ewigen Rangliste angerichtet hat, ist jetzt bereits zu erkennen. Fernando Alonso hat dank seiner 252 Punkte in einem Aufwasch Kimi Räikkönen, Rubens Barrichello, Ayrton Senna und Alain Prost überholt. Mit 101 Zählern Zuwachs nach dem alten System läge der Spanier jetzt mit 678 Punkten immer noch hinter Prost (798,5 Punkte) auf Rang drei der Statistik.

In drei Jahren könnte der Spanier demzufolge Michael Schumacher (derzeit 1.441 Punkte) überholt haben. Der mittlerweile 26-fache GP-Sieger wird aber bis dahin nicht annähernd die 91 Siege zusammengefahren haben wie der deutsche Rekordmeister. Allein das zeigt, wie verzerrt die Statistik mittlerweile ist.

Ecclestones Medaillensystem ohne Ergebnis

Bernie Ecclestones Medaillensystem wäre in dieser Saison zu Grabe getragen worden. Es hätte nämlich gar keinen Weltmeister gegeben. Zumindest keinen, den man nach Medaillen hätte küren können. In der Anzahl der ersten, zweiten und dritten Plätze - pardon Gold-, Silber- und Bronzemedaillen - liegen Vettel und Alonso gleichauf. Beide hätten je fünf Gold, zwei Silber und drei Bronzeplaketten in ihrer Vitrine. Es hätte dann eine Platzierung außerhalb der Top 3 entscheiden müssen, um den Champion zu küren. Und genau das wollte Bernie Ecclestone ja eigentlich abschaffen.

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