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Formel 1: Sauber

Heckflügel-Evolution für Barcelona

Sauber will weg von der Null. Beim GP Spanien müssen Punkte auf das Konto. Ein Aerodynamikpaket und die erste Ausbaustufe des Heckflügel-Tricks sollen die Schweizer im Rennen in Barcelona in die Punkteränge bringen.

Sauber war die Enttäuschung und das große Rätsel der ersten vier Rennen. Bei den Testfahrten empfahl sich das Schweizer Team noch als Geheimtipp. Und jetzt? Sieben Ausfälle in acht Starts. Nur 112 von 438 Rennrunden. Drei Motorschäden, zwei Hydraulikfehler, zwei Kollisionen in der ersten Runde.

Wieso ist Sauber bei den Testfahrten so schnell gewesen?

Auf die Spitze fehlen im Schnitt 1,9 Sekunden. Die Szene fragt sich: Woher kommt die Diskrepanz zwischen den Testergebnissen und den Rennresultaten? Beim abschließenden Test in Barcelona fehlten dem schnellsten Sauber nur 0,6 Sekunden auf Mark Webber im Red Bull.
 
Inzwischen ist man schlauer. Pedro de la Rosa fuhr seine Rundenzeit mit acht Kilogramm Benzin an Bord. Bei Webber waren 35 Kilogramm Sprit im Tank. Die 27 Kilogramm Differenz machen auf einer Rennstrecke wie Barcelona in Rundenzeit gerechnet ungefähr eine Sekunde aus. "Wenn wir die Rundenzeiten um die Benzinmengen im Tank bereinigen, haben wir ein realistisches Bild", meint Pedro de la Rosa.

Drei mögliche Erklärungen
 
Für die fehlenden drei Zehntel gibt es zwei mögliche Erklärungen. Barcelona mit seinen vielen schnellen Kurven liegt dem Sauber besser als Shanghai, Melbourne oder Bahrain. Und auf seiner Hausstrecke ist der ehemalige McLaren-Edeltester immer für ein paar Zehntel gut. Es kann aber auch daran liegen, dass die Konkurrenz in den ersten vier Rennen ihre Autos schneller entwickelt hat als die Truppe aus Hinwil. Teamchef Peter Sauber sieht es pragmatisch: "Wir hatten in Shanghai keine neuen Teile dabei. Also können wir auch nicht erwarten, dass es besser läuft als in den Rennen davor."
 
Nach Durchsicht der Daten von Shanghai meinte der Chef: "So schwarz muss man nicht sehen. Im kurvenreichen Sektor sind wir bei der Musik. In den schnellen Kurven liegt das Auto ganz ausgezeichnet. Wir sind zu langsam auf den Geraden. Der Abtrieb ist da, aber eben auf Kosten des Luftwiderstands. Es geht jetzt darum, Abtrieb zu finden und gleichzeitig den Widerstand zu reduzieren."
 
Da hat er mit dem neuen Technikchef James Key den richtigen Mann angeheuert. Key kam von Force India, die im letzten Jahr das Auto gebaut haben, das auf der Geraden zu den schnellsten zählte. Beim Topspeed-Problem soll auch eine Evolution des Heckflügel-Tricks helfen, die in Barcelona zum Einsatz kommt. Interne Berechnungen haben ergeben, dass der gezielte Strömungsabriss am Heckflügel bei Sauber vier bis fünf km/h bringt. Wenn er funktioniert. Das war noch nicht durchgehend der Fall. In Shanghai fuhr nur Kamui Kobayashi mit dem System. De la Rosa ließ es wieder ausbauen, weil er beim Anbremsen der Kurven das Gefühl hatte, dass sich beim Deaktivieren des Systems der Anpressdruck zu langsam aufbaue.

Motorenproblem muss gelöst werden
 
Peter Sauber räumt ein, dass der Vorteil der Eigenentwicklung noch nicht so groß sei, wie man es erhofft hatte. "Wir kriegen noch zu wenig Luft in den Flügel, um die Strömung wirksam zu stören." Das soll ab dem GP Spanien behoben sein. Darüber hinaus bringt Sauber ein Aerodynamikpaket an den Start. Nichts Spektakuläres, aber viele Detailänderungen von der Nase bis zum Heckflügel.

Bis zum Europaauftakt der Formel 1 muss auch das Motorenproblem gelöst sein. Ferrari war bis Mitte der Woche eine Antwort schuldig geblieben, welches Problem zuletzt in Shanghai den Achtzylinder in de la Rosas Auto dahingerafft hatte. Wegen des Flugchaos nach dem Vulkanausbruch waren die Motoren erst spät in Maranello zur Inspektion eingetroffen.
 

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