Formel 1 Simulation

Von bunten Bergen und wirren Linien

James Key Sauber Foto: xpb 27 Bilder

Beim GP Korea beherrschte das Wort Simulation das Fahrerlager. Auf eine neue Strecke wie den Korean International Circuit bereiteten sich die Ingenieure schon in der Theorie vor. Die Computer rechnen selbst nach dem Qualifying noch was das Zeug hält.

Die Reise nach Korea war für die Ingenieure eine Reise ins Unbekannte. Vom 5,165 Kilometer langen Korean International Circuit gab es keine Daten. Der Kurs wurde ja auch erst in letzter Minute fertig gestellt. Eine Herausforderung für die Techniker in den Teams. Sie konnten sich nur auf die Simulationen verlassen, die sie vor der Abreise erstellt haben und während des Wochenendes nun immer wieder mit Daten füttern. Selbst nach dem Qualifying noch.

Basis-Simulation ist Anhaltspunkt

"Zunächst verschafft man sich einen Eindruck vom Streckenlayout", erklärt James Key, Technischer Direktor bei Sauber, den ersten Schritt. "Denn manchmal bekommt man nur vom Draufschauen ein Gefühl dafür, was passen könnte. Dann schauen wir uns die Reifenmischungen an, die Bridgestone bereit stellt. Wir sammeln, was wir bereits über die Reifen wissen und wie sie sich verhalten. Aber auch die Wetterbedingungen in dieser Jahreszeit an einem Ort wie diesem spielt eine Rolle. Wir versuchen uns so gut in die Situation reinzudenken, wie wir können."
 
Danach wird eine Basis-Simulation erstellt. "Die gibt eine grobe Übersicht über die Rundenzeit und wie sich das Auto unter bestimmten Einflüssen verhält", erklärt Key. Mit einem CAD-Programm wird die Strecke nachgestellt. "Damit können wir ausarbeiten, welches die Ideallinie sein wird."

Diagramm mit Bergen und bunten Linien

Der Computer spuckt dann ein Diagramm mit vielen Bergen und bunten Linien aus. Eine steht für die Bremsbelastung, die andere für die Balance des Autos und so weiter. Schließlich wird aus der Theorie die Praxis. "Mit diesen Informationen können wir uns dann überlegen, wie wir das Auto mechanisch einstellen und welche Getriebeübersetzung wir nutzen. Du kannst auch das Griplevel in der Simulation auswählen", erklärt Key.
 
Doch nach der Simulation ist vor der Simulation. Sind die Fahrer die ersten Runden unterwegs gewesen, wird der Computer mit den neu gewonnen Daten verköstigt. "Wir können im ersten Training nicht alles testen. Deshalb schauen wir dann in die Simulation, was wir noch verändern können. Zum Beispiel das Abtriebslevel. Wenn wir denken, dass der Grip zunimmt, können wir das eingeben."

Eindruck von Bedingungen im Regen

All das ersetzt aber nicht den ständigen Praxistest. Ob es Bodenwellen gibt oder wie der Asphalt strukturiert ist, sieht man nur auf der Strecke. Deshalb werden auch vor dem Rennen wieder alle vorhandenen Daten in die Simulation eingearbeitet. Bleibt es bis zum Start des Rennens nass, wird das die einzige Möglichkeit sein, einen groben Eindruck von den Bedingungen im Regen zu bekommen. Zumindest in der Theorie.

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