Formel 1-Streit

Nur kleine Annäherung in Monaco

Luca di Montezemolo Foto: dpa 42 Bilder

Die Formel 1-Teamchefs und FIA-Präsident Max Mosley tagten am Freitag (22.5.) vier Stunden lang in Monte Carlo. Es gab in einigen Punkten eine kleine Annäherung. In anderen sind die Fronten weiter verhärtet.

Vier Stunden Debatten und ein unbefriedigendes Ergebnis: Man habe konstruktive Gespräche geführt und werde weiter verhandeln. Mit diesem nichtssagenden Satz stießen die Formel 1-Teams und die FIA die Formel 1-Fans wieder einmal vor den Kopf. Ergebnis der x-ten Runde im Streit um die Formel 1-Zukunft: Man hat sich einen kleinen Schritt aufeinander zu bewegt, doch in wichtigen Fragen wie dem Budgetlimit bleiben die Fronten weiter verhärtet.

Immerhin verlief das Gespräch ohne Eklat und ohne Geschrei. Die Parteien scheinen begriffen zu haben, dass sie mit dem Schicksal des GP-Sports spielen. FIA-Präsident Max Mosley hat demnach sein Angebot wiederholt, dass die FIA bei einer Einigung auf seine Vorschläge das Concorde Abkommen auf der Basis von 1998 unterschreiben werde.

Zugeständnis an die Teams

Das würde bedeuten, dass der Verband zum alten Regelfindungsprozess zurückkehrt. Also keine eigenmächtigen Entscheidungen mehr, sondern der Gang durch sämtliche Instanzen wie Technikkommission, Formel 1-Kommission und FIA-Weltrat. Ausgenommen von diesem Angebot ist Kapitel 10, in dem festgelegt ist, wie viel Geld die Rechteinhaber an die Teams ausbezahlen. Die Auszahlungen wurden seit vergangenem Jahr im Vergleich zu 1998 verdoppelt.
 
Auch die zwei unterschiedlichen Reglements für 2010 wären nach dem FIA-Modell vom Tisch. Die Teams könnten ihre Budgets mit Unterstützung einer Spezialfirma (Deloitte) selbst überprüfen lassen. Der FIA würden dann nur Verstöße gemeldet, sie hätte aber sonst keinen Einblick in die Finanzflüsse der Rennställe.

Wie lassen sich die Ausgaben reduzieren?

Beim Budgetlimit wird es zäh. Ferrari will partout keine Budgetobergrenze, und auch Toyota sympathisiert weiter mit den Italienern. Der Rest beginnt langsam auf die Linie von Williams, Brawn GP und Force India umzuschwenken, wobei es unterschiedlichste Meinungen über das Limit und den Weg dorthin gibt.

Eine Lösung, die diskutiert wird ist, dass man die Grenze stufenweise auf das von der FIA gewünschte Maß reduziert, und dass man gleichzeitig neue Teams stufenweise auf das Niveau der bestehenden heranführt. Das könnte in der Übergangsphase durch Informations- oder Komponentenaustausch geschehen.

Neue Teams unerwünscht?

Mosley machte den Teams noch einmal die Notwendigkeit klar, dass die Formel 1 neue Teams braucht, wenn sie überleben will. Ferrari steht weiter stur auf dem Standpunkt, dass man in der höchsten Spielklasse nur mitspielen kann, wenn man genügend Geld hat. Das ist angesichts der Tatsache, dass Ross Brawn trotz vier Siegen in fünf Rennen sich schwer tut Sponsoren zu finden, ein bisschen weltfremd.

Aber nicht nur Ferrari ist skeptisch. Die anderen Teams haben zwar gegen Neuzugänge nichts einzuwenden, aber nur solange, wie sie nicht von den Auszahlungen der Rechteinhaber profitieren. Das würde ja bedeuten, dass man selbst weniger vom Kuchen abbekommt. Da ist auch das nächste Minenfeld versteckt. Sollten die Teams mit Mosley eine Lösung finden, müssen sie mit Bernie Ecclestone in den Clinch. Der wird den Teams erklären, dass es in Zukunft weniger zu verteilen gibt, weil die Einnahmen sinken.

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