Formel 1-Technik - Nasen im Vergleich

Die Formel 1-Generation Schnabeltier

Formel 1 Nasen 2012 Collage Foto: xpb 38 Bilder

Die Formel 1-Generation 2012 wird ewig wegen Ihrer unförmigen Nasen in Erinnerung bleiben. Wir haben die neuen Autos einem Nasen-Vergleich unterzogen und zeigen, dass sich die Frontpartien deutlicher Unterscheiden, als auf den ersten Blick gedacht.

Die Nase ist das Formel 1-Thema 2012. Nach Doppeldiffusoren, F-Schächten und Auspuff-Endrohren diskutieren die Fans neuerdings über den Vorderbau der neuen F1-Renner. Dass nun die Frontpartie in den Fokus gekommen ist, hat einen einfachen Grund: Eine Reglementänderung zwingt die Designer zu einer hässlichen Stufe in der Nase – zumindest bei acht der neun vorgestellten Autos.

Stufe ist nicht gleich Stufe

Die Höhe der Nase wurde auf 550 Millimeter beschränkt. Die Höhe des Chassis wurde aber nach Protest der Teams nicht mitabgesenkt. Um viel Luft unter die Autos zu bekommen und die Aufhängungen weit oben am Chassis anzulenken, nutzen die meisten Teams die Cockpit-Höhe von 625 Millimeter maximal aus.

Die Folge ist eine Stufe, die bei den bisher vorgestellten Autos recht unterschiedlich ausfälllt. McLaren verzichtet komplett auf einen sichtbaren Übergang. Bei Ferrari und Williams lässt sich dagegen eine massive Kante erkennen, die über die komplette Breite geht. Bei Toro Rosso und Caterham ist der Übergang auf der Außenseite deutlich höher als in der Mitte. Es entsteht eine Mulde.

Red Bull und Sauber mit Schlitz in der Nase

Bei Red Bull hat man sich mal wieder etwas ganz Besonderes überlegt: Am Übergang zwischen Chassis und Nase hat man einen breiten Schlitz eingefügt. "Nur zur Belüftung der Fahrer", behauptet Adrian Newey. Die Konkurrenz ist misstrauisch. "Bei Regen bekommen die Piloten damit aber nasse Füße", schmunzelt ein Techniker.

Auch Sauber hat einen Schlitz im Vorderbau. Der unterscheidet sich allerdings deutlich vom Red Bull. Die Luft wird von unten eingeführt und direkt hinter der Stufe wieder ausgelassen. Schon 2008 testete Ferrari ein ähnliches System (siehe Video). Damals war der Schlitz aber in der Nase und nicht wie jetzt beim Sauber C31 im Chassis. Größere Lücken in der Nase sind mit den neuen verschärften FIA-Crashtests nicht mehr möglich.

Deutliche Unterschiede in puncto Kamera-Position

Weitere Unterscheidungspunkte der Nasen sind die Position der Frontflügel-Befestigungen und der Kamerahalterungen. Hier herrscht noch viel Uneinigkeit zwischen den Ingenieuren. Force India hat die Kameras wie ein Hammerhai ganz vorne in der Spitze platziert. Bei Ferrari sind sie ganz unten hinter dem Frontflügel. Das senkt den Schwerpunkt. Der Rest des Feldes liegt irgendwo dazwischen. Eine perfekte Lösung, auf die sich alle einigen können, ist noch nicht gefunden.

In unserer Technik-Galerie haben wir die neun Autos der Generation Schnabeltier noch einmal im Detail und erklären die Unterschiede.

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