Formel 1-Test Barcelona

Mercedes mit bestem Topspeed

Michael Schumacher Foto: Mercedes 38 Bilder

Mercedes hat einen Schritt nach vorne gemacht. Erfreulich, aber noch nicht genug, meint Sportchef Norbert Haug. Die positiven Erkenntnisse der dritten Testwoche sind aus seiner Sicht: Das Auto ist jetzt zuverlässig und die Nummer eins beim Topspeed.

Norbert Haug blickt nach dem Test in Barcelona schon ein bisschen zuversichtlicher in die Welt als vorher. Der Mercedes GP W02 hat sich gesteigert. Um wie viel, das vermag keiner zu sagen. Das Einordnen der Rundenzeiten ist eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten.

Trotzdem traut sich Haug zu sagen: "Das was wir in Barcelona gezeigt haben, sah schon einmal besser als das, was wir bei den Testfahrten davor gesehen haben." Sowohl die Bestzeit von Nico Rosberg am dritten Testtag als auch ein Dauerlauf von Michael Schumacher am letzten Tag.

Gröbsten Probleme sind behoben

Rosberg war seine beiden schnellsten Runden am Sonntag mit unterschiedlichen Reifen gefahren. Einmal soft, einmal supersoft. Michael Schumacher legte am Montag einen Longrun von 16 Runden mit beeindruckender Konstanz auf die Bahn: Zwischen Aufwärmrunde und der Runde zurück in die Boxen lauteten die Rundenzeiten wie folgt: 1:27.6 - 1:27.8 - 1:28.2 - 1:28.0 - 1:28.8 - 1:29.7  - 1:28.7 - 1:28.9 - 1:29.4 - 1:29.3 -1:29.6 - 1:30.3 - 1:30.8 - 1:31.3 Minuten. Der Einbruch in der sechsten Runde erklärt sich dadurch, dass Schumacher ein Auto überholen musste.

Mercedes hat zwar noch nicht die so oft zitierte große Ausbaustufe am Auto, aber ein neuer Frontflügel, andere Fahrzeugabstimmungen und ein besseres Verständnis für die Reifen zeigten Wirkung. 427 Runden oder 1.988 Kilometern an vier Tagen sind der Beweis, dass die gröbsten Probleme behoben sind. "Weil wir mehr fahren konnten, verstehen wir jetzt das Auto und die Reifen besser. Und das bringt Rundenzeit“, bestätigt Haug. "Bei unseren schnellen Runden sind wir ganz andere Einstellungen gefahren als zuvor."

Außerdem wurden Rosberg und Schumacher noch von diversen Handikaps gebremst. Zeitweise streikte KERS, der Unterboden verzog sich, und bei höheren Temperaturen mussten Löcher in die Verkleidung geschnitten werden. Summa summarum bleiben da zwischen sechs und acht Zehntel pro Runde auf der Strecke.

Topspeed als Trumpfkarte

Jetzt wartet alles auf den letzten großen Schuss aus dem Technikbüro. "Wir haben unsere Auspufflösung und den angeblasenen Diffusor noch in der Hinterhand", erklärt Haug und meint vorsichtig optimistisch: "Wenn alles in die richtige Richtung läuft, kann der Silberpfeil vielleicht überraschen." Noch ein positiver Aspekt: Die Mercedes waren mit 316 km/h die schnellsten auf der Geraden. Nur die Renault kamen in diesen Bereich.

Das könnte dann wichtig werden, wenn es ans Überholen geht. Haug prophezeit gerade in der Anfangsphase eines Grand Prix Überraschungen, je nachdem wie die Fahrer mit ihren Reifen umgehen. "Wer sich vorne im Kampf befindet, fährt sich möglicherweise die Reifen kaputt. Da kann einer von weiter hinten mit der härteren Reifenmischung oder mit vorsichtiger angefahrenen Reifen das ganze Feld aufmischen. Da alle Autos offenbar wieder relativ dicht zusammenliegen, könnte die Topspeed eine wichtige Rolle spielen."

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