Formel 1-Verkauf gescheitert

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Formel 1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone hat Verhandlungen um mehrheitlichen Verkauf der Formel 1-Anteile mit dem Hutchison-Konzern nach kurzer Zeit abgebrochen. Ernsthaft war der Rennsport-Supremo ohnehin nicht an dem Deal interessiert. Ecclestone verfolgt einen ganz anderen Plan.

Der chinesische Kommunikations-Riese Hutchison ist seit der Pleite von Formel 1-Rechte-Inhaber EM-TV und der Übernahme der Anteile durch drei Banken der erste ernsthafte Interessent an den Formel 1-Rechten, doch kaum hatten die Verhandlungen begonnen, schickte Formel 1-Chef Bernie Ecclestone seinen Gesprächspartner wieder nach Hause.

"Ich habe mit Hutchison gesprochen. Die haben einen Jungen geschickt für eine Aufgabe, die einen Mann erfordert hätte" maulte Eccletone im "Sunday Telegraph". "Wir sind nicht interessiert. Solche Angebote kriege ich jeden Tag. Das ist nicht die Zukunft, die ich mir für die Formel 1 vorstelle", sagte der 74-Jährige. Ecclestone verhandelte bereits früher mit dem größten Mobilfunkanbierter Chinas, um mit seiner Hilfe das BAR-Team zu kaufen. Auch dieser Deal kam nicht zustande.

Hersteller und Teams sollen Anteile kaufen

Stattdessen verfolgt Ecclestone einen anderen Plan. Er möchte die vakanten 75 Prozent der Formel 1-Anteile, die die Banken lieber heute als morgen veräußern wollen, gern in der Familie halten. Die Teams und Hersteller der Formel 1 sollen die Vermarktungsrechte selbst kaufen. "Mir schwebt vor, dass die Teams und Hersteller sich zusammentun. Dann besitzen sie ihren Sport selbst und kontrollieren ihn von den Vermarktungsrechten bis zum Fernsehen."

Das Angebot ist nicht ganz neu. Doch bisher haben vor allem die Hersteller Renault, BMW und Mercedes immer klar signalisiert, sie wollten kein Geld für eine Bühne investieren, die ihnen eigentlich schon gehöre. Die kommerziellen Streitigkeiten zwischen Herstellern und Ecclestone führten zu einer Spaltung der Formel 1-Interessen, die bis heute andauert. Im August wollen die Hersteller ihr Konzept zu einer Konkurrenz-Rennserie bei der Sportbehörde FIA präsentieren.

Ron Dennis ist skeptisch

Schwierig ist vor allem die Höhe der Summe. Die fünf Hersteller und die kleinen Teams müssten für die gesamten Anteile mindestens 1,5 Milliarden Dollar hinblättern. In der krieselnden Autoindustrie kein Posten, der sich mal eben aus der Portokasse nehmen lässt. Deshalb will Ecclestone den Kauf anders finanzieren: Mit einer weiteren Eurobond-Anleihe würden die Banken ausgezahlt, die Tilgung soll die Formel 1 mit den Gewinnen der kommenden Jahre übernehmen.

"Die Gespräche mit den Herstellen laufen weiter. Es gibt keinen konkreten Zeitrahmen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns einigen können." McLaren-Teamchef Ron Dennis, der immer mehr als Wortführer der Gegen-Formel 1 fungiert, ist skeptisch. Zwar räumt der Engländer ein, eine bessere Formel 1 sei das durchaus gemeinsame Ziel aller Beteiligten, aber Dennis fürchtet, das Tauziehen mit Ecclestone um die Verteilung des Geldes biete immer noch reichlich Sprengstoff.

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