GP Bahrain 2010 xpb
GP Bahrain 2010
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Formel 1 Williams

Williams war die graue Maus im Feld

Die Top 4 der Formel 1 haben in Bahrain ihre Krallen gezeigt. Den Logenplatz dahinter sicherte sich Force India. Sauber und ToroRosso enttäuschten, Renault hatte Pech und von Williams weiß man nicht, was man halten soll.

Force India und Williams sammelten die Almosen auf, die ihnen die vier Topteams übrig ließen. Das Oberhaus trennte ein Klassenunterschied vom Rest. Force India machte von den Teams im Mittelfeld den stärksten Eindruck. Vielleicht hätte Renault dagegenhalten können, doch die Speerspitze der Gelbschwarzen hatte schon nach einer Kurve alle Chancen verspielt. Robert Kubica warf eine Kollision mit Adrian Sutil ans Ende des Feldes zurück. Sauber kämpfte mit der welligen Strecke, ToroRosso mit zuviel Übersteuern.

Williams kämpfte mit Balanceproblemen

Blieb noch Williams als graue Maus im Feld. Die Autos waren weder gut noch schlecht. Der Rennstall aus Grove kann sich bei Rubens Barrichello bedanken, dass man mit einem WM-Punkt nach Hause fuhr. Die Williams hatten in Bahrain aus unerklärlichen Gründen ihre gute Form vom letzten Test verloren. "Einige der Entwicklungsteile funktionieren hier nicht", rätselte Barrichello. "Es kann auch sein, dass die anderen in den letzten zwei Wochen besser gearbeitet haben als wir. Außerdem mag unser Auto die langsamen Kurven nicht. Mittelschnelle wären besser für uns."

Beide Fahrer kämpften mit Balanceproblemen. "Ich vermisse den Grip", stöhnte Hülkenberg. "Das Auto ist identisch mit dem beim letzten Test in Barcelona. Deshalb muss es mit der Hitze zu tun haben, dass wir nicht so gut dagestanden sind."

Hülkenberg ist extrem ehrgeizig
 
Technikchef Sam Michael fordert: "Positiv war nur, dass wir beide Autos ins Ziel gebracht haben, und dass der Cosworth-Motor seine Bewährungsprobe bestanden hat. Wir müssen in Melbourne einen Schritt zulegen." Was bei Barrichello nach 286 GP-Starts im Schlaf funktioniert, muss Debütant Nico Hülkenberg noch lernen.

Das ganze Training über schien der Neuling den Oldie im Griff zu haben, doch als es ernst wurde, da packte Rubinho seine Trickkiste aus. "Er hat das Potenzial, in der Qualifikation noch ein paar Schippen draufzupacken. Das muss ich auch können", trotzte Hülkenberg. "Manchmal will Nico noch zuviel", tadelt Manager Willi Weber. Auch Barrichello rät seinem Teamkollegen zur Geduld: "Nico ist ein sehr guter Fahrer, aber er ist auch sehr jung. In der Formel 1 kann man nichts erzwingen. Es war seine erste Qualifikation. Da kommt es nicht nur aufs Fahren an, das ist auch eine Kopfsache. Für Nico war alles neu. Daran muss er sich erst gewöhnen. Es wäre unfair, mehr zu erwarten."
 
Die Unterschiede in der Erfahrung zeigten sich auch im Rennen. Der 22-jährige Deutsche verliert im Vergleich zu seinem Teamkollegen zum Beispiel Zeit in der Boxeneinfahrt. Barrichello war in seiner Runde zum Boxenstopp um 1,224 Sekunden schneller. Auch die Boxenstopps selbst sind für Hülkenberg noch ungewohnt: "In der GP2 haben dich vier Leute erwartet. Jetzt sehe ich kaum etwas, so viele Mechaniker arbeiten am Auto."

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